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Schulstreit: Kamenzer Initiative macht Druck

Dem alternativen Projekt läuft die Zeit davon. Aber der Verein hofft noch auf ein Einlenken der Stadt.

Im Schloss Brauna bei Kamenz will ein Schulverein eine freie Grundschule eröffnen. Doch es gibt noch immer Klärungsbedarf mit der Stadt.
Im Schloss Brauna bei Kamenz will ein Schulverein eine freie Grundschule eröffnen. Doch es gibt noch immer Klärungsbedarf mit der Stadt. © Matthias Schumann

Kamenz. Anfang September will in Kamenz eine freie Grundschule mit reformpädagogischem Konzept an den Start gehen. Doch zum geplanten Standort - dem Schloss im Ortsteil Brauna - gibt es unterschiedliche Ansichten zwischen Stadt und Träger. 

Ende Juni unterbreitete die Schulinitiative der Stadt ein Gesprächsangebot, um das Alternativ-Schulprojekt vielleicht doch noch in diesem Jahr auf den Weg zu bringen. Kern des Kompromiss-Gedankens ist eine vorübergehende Nutzung der Räume im Schloss. Dieser Vorschlag könnte den Start noch ermöglichen und zugleich die Interessen der Stadt Kamenz zur Ortsentwicklung berücksichtigen, hofft die Initiative. 

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Auf die Bitte um ein Gespräch hat die Stadt bisher nicht reagiert, teilt die Schulinitiative mit. Sie drängt nun darauf, dass ein Gesprächstermin noch in dieser Woche zustande kommt. 

Meinung der Räte gefragt

Der Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos) ließ gegenüber Sächsische.de wissen, dass er in der Sache nicht allein entscheiden könne. Es komme darauf an, wie sich der Stadtrat verhalten wolle. Er müsse mit den Fraktionen sprechen. 

Die Stadt verfolgt andere Entwicklungskonzepte für den Ortskern von Brauna, zumal es im Ortsteil bereits eine Grundschule gibt. Laut Stadt ergebe dort eine zweite Schule keinen Sinn. Die Schulinitiative sieht darin kein Problem, die Konzepte seien zu unterschiedlich und der Schülerkreis ein anderer. Leider habe der Vorschlag der Stadt, Räume im Kamenzer Bildungszentrum für die freie Schule zu nutzen, im Kompromisspapier der Schulinitiative keine Rolle gespielt, so der OB. Eine Antwort zum Gesprächsangebot werde die Initiative Anfang dieser Woche erhalten. Dantz betont, dass eine freie Schule willkommen und der Rat gesprächsbereit sei. Die politischen Prozesse ließen sich aber nicht übers Knie brechen.

Eine Wortmeldung ist jetzt von der Linken bekannt geworden.  Von der kommt Unterstützung für die zeitlich begrenzte  Interimslösung und das Gesprächsangebot mit allen Beteiligten. Die Linke erwarte eine praktikable, kurzfristige Lösung. 

Doch für den Schulverein wird das Zeitfenster für 2020 zusehends enger. Darauf weist Vorstand Frank Jank eindringlich hin. Das unterstreichen jetzt auch noch einmal acht Familien der Elterninitiative, die um das freie Schulprojekt kämpft, in einem umfangreichen Brief. Darin schildern sie noch einmal den Wert der freien Schule für die Stadt. (SZ/ha)

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