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Dippoldiswalde

Altes Ferienheim wird abgerissen

Es ist nur noch ein Haufen Schutt. Das ehemalige Erholungsheim "Möblü" in Rehefeld-Zaunhaus muss drei Neubauten weichen. Das gefällt nicht allen.

Hier wurde einst getanzt und gelebt. Das einstige Betriebsferienheim in Rehefeld ist nun weg.
Hier wurde einst getanzt und gelebt. Das einstige Betriebsferienheim in Rehefeld ist nun weg. © Egbert Kamprath

Nun ist es weg. Vom einstigen Betriebsferienheim ist nichts mehr zu sehen. Das Möplü, wie die Osterzgebirgler das einstige Möbel- und Plüschwerk in Rehefeld-Zaunhaus nennen, ist dem Erdboden gleich gemacht. In drei neuen Wohn- oder Ferienhäusern könnte hier stattdessen in Zukunft Urlaubsstimmung aufkommen - trotz anfänglichem Widerstand.

Die Pläne eines Dresdners, hier am Grenzweg moderne Neubauten zu errichten, entsprach nicht der Vorstellung vieler Einwohner. Wenig erzgebirgisch, sondern viel zu futuristisch für die Region käme das Projekt des Unternehmers daher. Deshalb reichten die Rehefelder im vorigen Jahr sogar eine Unterschriftenliste gegen die Baupläne bei der Landkreisbehörde ein. Doch weder das Vorhaben, noch ästhetische Änderungen an den Neubauten ließen sich erzwingen. Gesetzlich gab es dafür keine Grundlage. Deshalb lehnte erst der Petitionsausschuss des Landkreises das Ansinnen der Rehefelder mehrheitlich ab. Dann stimmten schließlich auch Ortschaftsrat und Stadträte für das Projekt. "Zum Schluss waren alle halbwegs einverstanden", resümiert der Altenberger Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler).

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Dass die Neubaupläne am Standort in Rehefeld anfänglich auf so viel Kritik gestoßen sind, könne das Stadtoberhaupt verstehen. Kirsten ist dennoch voller Zuversicht, dass nun das, was an dem Standort entstehen soll, Rehefeld bereichern wird. Er selbst habe mit moderner Bauweise kein Problem. Im Gegenteil: Der zeitgemäße Baustil, der unter anderem große Glasfronten vorsieht, sei schick und werde ein echter Hingucker, so Kirsten. 

Das ehemalige Betriebsferienheim des Möbel- und Plüschwerks wurde in typisch erzgebirgischem Baustil errichtet. "Es war eine Institution", erinnert sich auch das Altenberger Stadtoberhaupt. Der Ort Rehefeld war in den 30er-Jahren bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges in der Blütezeit des Fremdenverkehrs und ein bekannter Erholungsort. Nach dem Zweiten Weltkrieg und in der DDR bis 1989 wurde der Fremdenverkehr zur wichtigsten Erwerbsquelle der Einwohner. Etliche volkseigene Ferien- und Erholungsheime wie das "Möblü" entstanden. Seit der politischen Wende aber stand das Haus leer. Einen ernsthaften Interessenten für die Immobilie hat es seitdem nicht mehr gegeben. 

Hier stand es noch. Das "Möblü", wie die Rehefelder das alte Betriebsferienheim nennen, musste nun Neuem weichen.
Hier stand es noch. Das "Möblü", wie die Rehefelder das alte Betriebsferienheim nennen, musste nun Neuem weichen. © Frank Baldauf

"Natürlich brauchen wir auch die erzgebirgische Tradition", sagt Kirsten. Aber man müsse eben auch mal etwas Neues wagen und dem Ort Rehefeld damit vielleicht sogar eine Chance geben. Mit dem Abriss des Hauses verschwinden vor den Augen der Erzgebirgler nun zwar nicht nur die Erinnerungen an ein beliebtes Ausflugsdomizil. Es verschwindet auch ein Haus ohne Leben, das zweifelsfrei ohne eine Investition mit den Jahren immer weiter verfallen und zum Schandfleck würde.

Der Bürgermeister erhofft sich von den drei Neubauten an dem Standort auch einen positiven Effekt für mögliche weitere Investoren. "Vielleicht gelingt es uns damit, hier noch mehr Bauherren anzulocken", so Kirsten.

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