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Altlasten verschwinden an der ehemaligen Dachpappenfabrik

Die Industriebrache an der Ringstraße soll in diesem Jahr revitalisiert werden. Geplant ist der Bau eines Einkaufszentrums.

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Von Katarina Lange

In das Areal an der ehemaligen Dachpappenfabrik „August Prée“ in Heidenau kommt Bewegung. Die Heidenauer Stadträte haben in ihrer Sitzung am Donnerstagabend mehrheitlich beschlossen, die Gewerbe- und Industriebrache an der Ringstraße in diesem Jahr zu revitalisieren. Schon seit Längerem ist geplant, an dieser Stelle das Einkaufszentrum „Stadtmitte“ zu errichten. Vorher muss das ungefähr 1,4 Hektar große, teilweise kontaminierte Gebiet jedoch umfassend aufgearbeitet werden.

„Die Fläche ist hochgradig mit Altlasten behaftet“, äußerte Bürgermeister Michael Jacobs (CDU). Etwa 70Prozent des Erdreiches sind bis zu einer Tiefe von zwei Metern mit Schwermetallen belastet, darunter Arsen, Blei, Cadmium und Quecksilber. Die Substanzen stammen noch aus der Zeit, als auf dem Areal die Chemische Fabrik Jackwitz und Wollner angesiedelt war. Um 1900 wurde die Fabrik geschlossen. Danach zog die Dachpappen-, Holzzement- und Asphaltfabrik August Prée, die bis 1923 in Betrieb war, an die Ringstraße. Analysen haben ergeben, dass durch die Pech- und Teeröllager sowie sogenannte Teerdestillationsanlagen Schadstoffe wie Kohlenwasserstoff bis in den Grundwasserbereich in etwa neun Metern Tiefe gelangt sind.

Erdreich wird abgetragen

Um die kontaminierten Bereiche zu vitalisieren, hat die Stadt nun einen Maßnahmenplan aufgestellt. Angedacht ist, die am stärksten mit Schadstoffen belasteten Teile des Bodens komplett abzutragen und neu zu verfüllen. Auch die noch stehenden Gebäude und Fabrikhallen müssen abgerissen werden. Wenn alle Altlasten verschwunden sind, wird die Oberfläche versiegelt.

Die Gesamtkosten für die Sanierung der Brache werden derzeit auf etwa 2,6 Millionen Euro geschätzt. Hinzu kommen Fördermittel in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro. Als Bauherr beziehungsweise Projektsteuerer wollen die Heidenauer Stadträte die Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna (SEP) sehen. „Die SEP wird für die Planung und Durchführung der Aufgaben verantwortlich sein“, sagte Bürgermeister Jacobs. Ein Pauschalangebot von etwa 42000Euro haben die Räte ebenfalls abgenickt.

Auf dem geräumten und aufbereiteten Areal soll noch in diesem Jahr das Einkaufszentrum „Stadtmitte“ errichtet werden. Es soll die Einkaufssituation im Stadtzentrum verbessern. Nicht nur ein großer Lebensmittelmarkt wird dort entstehen. Neben einer Drogerie sollen auch ein Schuh- und Textilfachmarkt mit in das Zentrum ziehen. Hinzu kommen rund 180 Parkplätze vor dem Einkaufstempel.