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Görlitz sagt Altstadtfest ab

Das größte Stadtfest der Oberlausitz findet erst 2021 wieder statt. Auch das Viathea fällt aus. Für den Schlesischen Tippelmarkt gibt es noch Hoffnung.

2019 konnte Octavian Ursu das Altstadtfest erstmalig als OB eröffnen. Dieses Jahr fällt es aus.
2019 konnte Octavian Ursu das Altstadtfest erstmalig als OB eröffnen. Dieses Jahr fällt es aus. © Nikolai Schmidt

Viathea und Altstadtfest werden in diesem Jahr nicht stattfinden. Das teilt Rathaussprecherin Annegret Oberndorfer mit. Grundlage für diese Entscheidung sei die aktuelle Einschätzung der Lage des Bundes und des Freistaates Sachsen, wonach aufgrund des Coronavirus' Großveranstaltungen bis mindestens zum 31. August, das heißt gegebenenfalls auch über den August hinaus, nicht stattfinden dürfen.

Abstandsregeln gaben Ausschlag

Abgesehen von den Besucherzahlen, nach denen Viathea und Altstadtfest auf jeden Fall Großveranstaltungen sind, könne die Stadt bei diesen beiden Festen die hygienischen Anforderungen und die Mindestabstände zwischen den Teilnehmern nicht einhalten, sagt OB Octavian Ursu: "Solche Großveranstaltungen werden meines Erachtens erst dann wieder möglich sein, wenn es ein wirksames Medikament oder einen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt."

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Er sei sich mit seinem Zgorzelecer Kollegen Rafał Gronicz einig, dass Altstadt- und Jakuby-Fest dieses Jahr nicht stattfinden können. Die dadurch nicht verbrauchten finanziellen Mittel sollten zugunsten der jeweiligen Veranstaltungen auf das Jubiläumsjahr "950 Jahre Görlitz" im Jahr 2021 übertragen werden. 

Die AfD hatte sich zuvor noch dafür ausgesprochen, das Altstadtfest in den September zu verschieben und dadurch doch noch stattfinden zu lassen. Doch weiß derzeit niemand, ob Großveranstaltungen tatsächlich ab 1. September wieder stattfinden können. Auch der "Tag der Sachsen", der traditionell Anfang September stattfindet, wurde bereits abgesagt. Und selbst das weltgrößte Volksfest, das Münchner Oktoberfest, ist stark gefährdet. 

Schon Anfang April hatte Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie der Universität Bonn und eine der wichtigsten Stimmen in der derzeitigen Corona-Krise,  über Schritte für eine Exit-Strategie erklärt: "Wir sollten in den nächsten Wochen und Monaten Veranstaltungen mit vielen feiernden Menschen auf engem Raum unbedingt vermeiden.

Denn wenn wir noch einmal solche Großausbrüche haben, dann wird es schwer für unser Gesundheitssystem." Und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte schon vor Ostern, ebenso mit Blick auf das besonders hohe Ansteckungsrisiko,  gesagt: "Das, was sicherlich als letztes wieder möglich ist, das ist im Zweifel die Party und das Volksfest."

Auch die Görlitzer Jazztage finden nicht statt

Ebenfalls abgesagt sind die 25. Görlitzer Jazztage, die vom 3. bis 14. Juni stattfinden sollten. Darüber informiert Friedemann Dreßler vom Verein Kulturzuschlag. Die Einzelveranstaltungen werden in der Regel von maximal 300 Gästen besucht, sagt er: "Aber wir sind immer eng gedrängt und niemand will mit Mundschutz dem Jazz zujubeln." Eine Verschiebung auf Herbst sei für den Verein keine Option gewesen. Dort käme es zur Konkurrenz mit anderen Veranstaltungen, außerdem könnten Spender und Sponsoren nicht in zu dichten Abständen angefragt werden.

Die 25. Görlitzer Jazztage sollen nun vom 2. bis 13. Juni 2021 stattfinden. "Wir sind guter Dinge, das Programm dann weitmöglich identisch starten zu lassen", sagt Dreßler. Mit einigen Künstlern habe sein Verein bereits gesprochen. Zudem hätten auch schon öffentliche Förderer zugesagt, das Geld auf 2021 zu verlagern.

Ungünstig für den Verein: Durch Druck- und Werbekosten sowie Flugbuchungen sind schon jetzt Kosten von "ein paar tausend Euro" für 2020 entstanden. Zumindest die Flüge können vielleicht auf nächstes Jahr umgebucht werden, falls die Fluggesellschaften dann noch existieren. Die anderen Kosten wird der Verein aus Rücklagen stemmen müssen - es sei denn, dafür finden sich Spender und Sponsoren.

Hoffnung für Tippelmarkt

Für andere Feste ist Ursu optimistisch: "Für verschiedene Ereignisse des jährlichen Veranstaltungskalenders, etwa den Tippelmarkt, versuchen wir Lösungen zu finden, um diese auch in diesem Jahr ermöglichen zu können“, sagt er. Vorstellbar wäre beispielsweise die Zugänge zum Tippelmarkt stark zu kontrollieren, so dass die Zahl der Besucher reglementiert wäre. So könnten vor den Ständen sowie in den Gassen zwischen den Ständen die Abstände eingehalten werden. Der Tippelmarkt würde dabei wie eine Art Keramik-Wochenmarkt funktionieren. 

Im Laufe der Woche sollen nun auch die städtischen Brunnen und öffentlichen Toiletten in Betrieb gehen. Die öffentlichen Grünanlagen Nikolai- und Ochsenzwinger werden ebenfalls geöffnet. Die Straßenreinigung wird ab sofort überall wieder im regulären Modus stattfinden.

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Das Neißebad und die anderen Sport- und Freizeitanlagen bleiben geschlossen. Das gilt im Sinne der Sport- und Freizeitnutzung auch für den Hafen am Berzdorfer See und den Görlitzer Flugplatz. Als Verkehrslandeplatz für Geschäftsreisende steht der Flugplatz aber weiterhin zur Verfügung. Ebenfalls geschlossen bleiben Museen, Bibliotheken, Theater, Kinos, Galerien, Tierpark und Spielplätze.

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