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Am Altmarkt wird endlich weitergebaut

Fast fünf Monate nach der Einweihung der Tiefgarage sind der Altmarkt und die Wilsdruffer Straße noch nicht fertig. Auf Dresdner und Touristen macht der Platz einen kläglichen Eindruck. Daran können auch ein paar Wochenmarktbuden nichts ändern.

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Von Bettina Klemm

Fast fünf Monate nach der Einweihung der Tiefgarage sind der Altmarkt und die Wilsdruffer Straße noch nicht fertig. Auf Dresdner und Touristen macht der Platz einen kläglichen Eindruck. Daran können auch ein paar Wochenmarktbuden nichts ändern. Jetzt wird endlich weitergebaut. Stadt und Baufirma Sachsenbau Chemnitz haben sich lange Zeit gegenseitig den Schwarzen Peter für die Verzögerungen zugeschoben. Über Finanzen mag Falk Wagner von der Sachsenbau nicht sprechen, aber er zählt auf, was gebaut wird.

Pflastern auf Wilsdr+uffer

Zwischen Altmarkt und Postplatz sieht es derzeit besonders schlimm aus. Durch den Abriss des Lindehauses ist der Fußweg davor völlig gesperrt. Auch auf der gegenüberliegenden Seite wird gearbeitet. „Bis Ende April sollen diese Arbeiten fertig sein“, verspricht Falk Wagner. Die Firma Fleischer Landschaftsbau sei dabei, die Fußwege zu pflastern. „Die hätten das gern noch im November vollendet, aber wir mussten nach einer schriftlichen Anweisung der Stadt die Arbeiten am 26. November einstellen“, klagt Wagner.

Händler leiden

Besonders hart sind die Händler vom Quartier M entlang der Wilsdruffer Straße betroffen. „Im Rathaus weiß das eine Amt nicht, was das andere tut“, sagt Silbermann-Inhaber Georg Posch. Seit Oktober 2004 leide sein Geschäft schon unter permanenten Baustellen und damit Umsatzeinbußen. Ein halbes Jahr vorher müsse er die neue Ware ordern. Zuvor habe er im Rathaus angefragt, ob der Bau an der Schloßstraße bevorsteht. Das sei verneint worden. „Mir nützt es gar nichts, wenn ich ein paar Tage vor Baubeginn eine Broschüre in die Hand gedrückt bekomme“, sagt er. Jetzt ist die Wilsdruffer nicht fertig, aber die Schloßstraße aufgerissen. Eine Demo in dieser Woche habe die Polizei auch noch durch die Passage geleitet.

Becken werden verkleidet

Die Granitbänke um die Notausgänge an der Seestraße werden derzeit aufgebaut. Spätestens nächste Woche sind sie fertig, verspricht Projektleiter Wagner.

Glaswände für die Zugänge

Reinhard Roch und Hartmut Hoffmann von der Firma Stahlbau Walther aus Wilsdruff tauschen dieser Tage an den Ein- und Ausgängen zur Tiefgarage die provisorischen Holzgeländer gegen Geländer aus Glas und Stahl aus. Spätestens bis Ostern wollen sie fertig sein.

Wasserbecken dauern

Erst zwei der fünf Wasserbecken sind fertig. Hier gebe es Probleme mit der Lieferfirma, sagt Wagner. Auch die Brunnentechnik sei erst zu 80 Prozent installiert. Die Sachsenbau habe jetzt den Juni im Visier, bis die Brunnen sprudeln können. „Es ist ein Hohn, dass auf dem Altmarkt ein Schild mit dem Spruch steht: ,Die beste Adresse in der schönsten Stadt Deutschlands‘“, spottet Passant Wolfgang Krüger. Für die Endlosbaustelle habe er kein Verständnis.

Streit um Bäume noch offen

Kein Verständnis hat Michael Beier, Inhaber des Altmarkt-Modegeschäfts O’Conner St. George, für die Absicht der Stadt, die Bäume vor seinem Geschäft zu fällen. Statt Kugelahorn sollen Kastenplatanen gepflanzt werden. Das sei völliger Schwachsinn, würden auch seine Kunden sagen. Jetzt sollen Gutachter die Ahornbäume beurteilen. Das Ergebnis soll Ende der Woche vorliegen, sagt die Stadtplanung.