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Am Bootshaus wird Richtfest gefeiert

Vor 100 Jahren begann der Rudersport in Radebeul. Das Areal der Wassersportler wird fit gemacht für die Zukunft.

Stefan Singer, der Vorsitzende des SSV Planeta, schlägt den letzten Nagel in die Dachkonstruktion der neuen Bootshalle. Seit sechs Jahren leben die Wassersportler mit Provisorien, sagt er. Doch jetzt sehe man Licht am Ende des Tunnels.
Stefan Singer, der Vorsitzende des SSV Planeta, schlägt den letzten Nagel in die Dachkonstruktion der neuen Bootshalle. Seit sechs Jahren leben die Wassersportler mit Provisorien, sagt er. Doch jetzt sehe man Licht am Ende des Tunnels. ©  Norbert Millauer

Radebeul. Der aktuelle Elbepegel kündet zwar nicht von Hochwasser. Doch dass sich das sehr schnell ändern kann, mussten die Radebeuler in der Vergangenheit bereits leidig erfahren. 2002 richteten die Wassermassen auch großen Schaden am historischen Bootshaus an der Festwiese in Kötzschenbroda an. Für 200.000 Euro musste dieses anschließend saniert werden. 

Die ebenfalls beschädigte alte Kanuhalle nebenan wurde weggerissen und an ihrer Stelle für eine Million Euro ein Ersatzbau errichtet. Doch nur wenige Jahre später, 2013, kam das Hochwasser erneut und wieder hinterließ es Schäden. Dieses Mal mussten 70.000 Euro investiert werden. Das soll sich so nicht wiederholen.

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Deshalb wird das Areal seit einigen Jahren hochwassersicher gemacht. Am Donnerstag konnte Richtfest für einen weiteren wichtigen Bauabschnitt gefeiert werden. Die Arbeiten am Obergeschoss der Bootshalle laufen auf Hochtouren. In die zukünftig hochwassersichere zweite Etage kommen Umkleide-, Sanitär- und Funktionsräume sowie ein 200 Quadratmeter großer Sportraum. 

So soll sichergestellt werden, dass diese Räume bei einem möglichen Hochwasser nicht wieder geflutet werden. Das Erdgeschoss der Bootshalle, wo Ruder- und Segelboote gelagert werden und die Wassersportler des SSV Planeta in einem stationären Ruderbecken trainieren können, wurde letztes Jahr fertiggestellt.

Zum Richtfest für den zweiten Bauabschnitt erinnerte Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) an die lange Geschichte des Rudersports in Radebeul, die bereits vor 100 Jahren begann. Im September wird das entsprechende Jubiläum gefeiert. 1923 begann der Bau des Bootshauses am Elbekilometer 68,2. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten entwarf Architekt Friedrich Zollinger eine besondere Lammellen-Dachkonstruktion, die bis heute die Statiker beeindruckt. Auch in Zukunft soll das Areal von Ruderern, Kanuten und Seglern genutzt werden, so Wendsche.

Der Bau kostet im Erdgeschoss rund 1,87 Millionen Euro und wird gefördert, sodass die Stadt nur etwa 300.000 Euro davon aufbringen muss. Für das Obergeschoss gelten andere Förderbedingungen, hier muss die Stadt etwa 70 Prozent der veranschlagten 960.000 Euro bezahlen. 

Im Stadtrat hatte es in der Vergangenheit immer wieder Diskussionen darum gegeben. Manche Stadträte sahen eine Bevorzugung der Wassersportler gegenüber anderen Radebeuler Vereinen. Schlussendlich stimmte die Mehrheit aber für den Ausbau.

Endgültig fertig soll das Obergeschoss Ende 2019 sein. Doch damit ist das Kapitel Bootshaus noch nicht abgeschlossen. Im kommenden Frühjahr geht es mit den Außenanlagen weiter, die nach vielen Monaten des Bauens wieder hergerichtet und begrünt werden müssen. Und danach geht es am historischen Bootshaus nebenan weiter. 

1960/61 wurde dort ein Anbau errichtet, der optisch eigentlich nie zum denkmalgeschützten Gebäude passte. Deshalb soll dieser Teil jetzt abgerissen werden. Bisher waren in dem Anbau Sanitär- und Umkleideräume untergebracht. Die entstehen ja aber im neuen Obergeschoss der Halle gerade neu.

Außerdem muss die Uferkante an der Elbe in den Bereichen der Bootsstege dringend instandgesetzt werden, um Unfallgefahren zu bannen. Auch für diese beiden Abschnitte will die Stadt wieder Fördermittel beim Freistaat Sachsen beantragen.

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