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Am Radebeuler Paradies kam die Sandlawine

Anwohner haben 400 Tonnen weggeräumt. Der Weinberg ist ausgespült. Im Rieselgrundweg hat die Reparatur begonnen.

Eine private Initiative: Aufräumarbeiten am Jägerhof in der Straße Auf den Bergen. Letzten Montag ist hier eine Wasser-Sandlawine niedergegangen.
Eine private Initiative: Aufräumarbeiten am Jägerhof in der Straße Auf den Bergen. Letzten Montag ist hier eine Wasser-Sandlawine niedergegangen. © Peter Redlich

Radebeul. Die Unwetterschäden nach den Güssen von vor einer Woche sind noch viel größer als bisher angenommen. Während es den Rieselgrund als Wanderweg praktisch nicht mehr gibt und der Grund erst wieder komplett hergerichtet werden muss, ging es - beinahe unbemerkt - am Paradies an der Straße Auf den Bergen sehr zügig voran.

Dieses Stück, nach Westen abzweigend von der Jägerhofstraße, gehört zu den bekanntesten am Sächsischen Weinwanderweg. Bauunternehmer Ralf Kliemann betreut hier die Wohnungen der ehemaligen Barnewitz-Villa. „Was hier am Montagvormittag letzte Woche runtergekommen ist, das habe ich noch nicht erlebt. Den kompletten Paradiesweinberg hat es ausgespült.“

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Die Wassermassen waren so stark, dass sie eine Sandmure entwickelten und teils hüfttiefe Löcher und Rinnen in den Wanderweg gerissen haben - siehe Foto. Glücklicherweise ist auf dem Wohngrundstück selbst wenig passiert. Vor allem auch deshalb, weil neben dem Weg und unter der Wiese beim Bau ein Kies- und Schotterbett angelegt worden war. Kliemann: „Hier hatten die Wassermengen die Möglichkeit, in den ansonsten brettharten Boden einzudringen und zu versickern.“

Bis zu einem Meter tiefe Risse im Sächsischen Weinwanderweg.
Bis zu einem Meter tiefe Risse im Sächsischen Weinwanderweg. © Peter Redlich

Ähnlich war es am ehemaligen Barnewitzchen Weinberg, auf dem sich eine wilde Wiese ausbreitet. An dessen Fuß gibt es ein Kiesbett unter der Erdoberfläche, der heutigen Wendeschleife der Straße Auf den Bergen. Am Rande der Wendeschleife türmt sich ein langgestreckter Sandberg. 400 Tonnen sind das, sagt Ralf Kliemann. Eigentlich eine öffentliche Straße. 

Doch um den Bewohnern die Zufahrt zur Barnewitz-Villa zu ermöglichen, hat der Bauunternehmer schnell gehandelt und Mitarbeiter von einer Dresdner Baustelle nach Radebeul geschickt und auch selbst mit der Schaufel angepackt. Fast eine ganze Woche haben sie mit dem Radlader und den Schaufeln arbeiten müssen, um den Asphalt frei zu bekommen. Freitagnachmittag war es geschafft.

Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) hat sich die Situation vor Ort angeschaut. Er sagt dazu: „Solchen bürgerschaftlichen Einsatz finde ich gut und sehr lobenswert. Wir als Stadt sind froh über solche Unterstützung.“

Zugleich sind in der letzten Woche die Arbeiten im zerstörten Rieselgrund angelaufen. Auch hier ist die Stadt für die Zufahrt zu einem Wohngrundstück zuständig. Wendsche: „Wir haben ganz schnell ausgeschrieben. Die Baufirma Hausdorf aus Thiendorf hat sofort zugesagt und ist auch schon am Arbeiten.“

Der untere Teil mit der Zufahrt zum Wohngrundstück wird gerade beräumt und zumindest so wieder hergestellt, dass er langsam befahrbar sein wird. Auch der Wasserauffangteich, etwa in der Mitte des Rieselgrundes, werde wieder von den Geröllmassen befreit, die am letzten Montagvormittag hier als Lawine hineinstürzten.

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Für den oberen Teil des Rieselgrundes soll gemeinsam mit der Naturschutzbehörde ein Plan aufgestellt werden, wie es wieder ein ordentlicher Wanderweg werden kann. Das werde bis ins nächste Jahr dauern, so Wendsche. Vor allem der Abfluss am Übergang zum Lößnitzgrund muss vergrößert werden.

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