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Am Stausee gibt es doch einen Campingplatz

Dahlowitz. Seit 1997betreibt ein Verein dieFläche. Er bezeichnet sich selbst als naturnah,gesellig, sportlich undkinderfreundlich.

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Von Kerstin Fiedler

Es könnte den Campingplatz auf der Burker Seite des Bautzener Stausees noch geben. Davon sind Joachim Wendrich und Bernhard Trömel überzeugt. Doch 1995 hatte die Stadt andere, größere Dinge mit dem Stausee vor. Und so mussten die damals rund 320 Camper sehen, wo sie bleiben. Ein Teil der Naturfreunde fand sich damals zur Vereinsgründung des Naturcamping- und Freizeitsportvereins Talsperre Bautzen zusammen, um den Platz in Burk zu betreiben. „Aber wir hatten keine Chance“, sagt Joachim Wendrich rückblickend. Er ist der Vereinschef des 1997 in Quatitz neu gegründeten Vereins. Denn so einfach vertreibt man Campingfreunde nicht vom Stausee. Der einzige noch freie Fläche am Stausee war die in Dahlowitz. Sie gehört einem Privatmann, der dem Vorhaben des Vereins aufgeschlossen gegenüberstand und noch heute steht. „Mittlerweile ist die Familie von Johannes Krahl zu unserem guten Geist geworden“, erzählt Vorstandsmitglied Bernhard Trömel.

Auf 5 000 Quadratmetern Flächen schufen die Camper 26 Stellflächen, alle etwa zehn mal zehn Meter groß. Dazu hat jeder auch einen Stellplatz für sein Auto. Direkt am Strand gibt es ein Stück, auf dem Boote oder Surfbretter abgelegt werden können. Da Quatitz/Dahlowitz damals Förderdorf waren, erhielt der Verein über die Gemeinde Großdubrau Fördermittel vom Amt für Ländliche Entwicklung Kamenz. Ein Drittel der Summe für den Ausbau der Scheune zum Sanitärtrakt kam so zusammen. Doch den größten Teil leisteten die Vereinsmitglieder selbst. „Wir haben zum Glück die verschiedensten Berufsgruppen bei uns. So wurde von der Planung bis zum Fliesenlegen das meiste selbst gemacht“, erzählt Vorstandschef Joachim Wendrich.

Knapp 40 Mitglieder hat der Verein jetzt. Weitere Interessenten können dazustoßen. Zehn Stellplätze sind derzeit frei. „Mittlerweile hat sich rumgesprochen, wie schön es bei uns ist. Und weil lange Zeit der Burker Campingplatz noch in verschiedenen Verzeichnissen aufgelistet war, kommen fehlgeleitete Interessenten dann auch zu uns“, erzählt Joachim Wendrich. Nur zwei Probleme hat der Verein. Zum einen die so genannten „Wanderangler“, die einfach ihren Müll nicht aufräumen können. Zum anderen das Problem des Wassers im Stausees. „Wir können hier leider nicht baden“, sagt Wendrich. Doch das machen die Campingfreunde mit anderen Aktivitäten wett. Sie sind Mitglied im Verein Quatitzer Vereine. Viele Veranstaltungen werden gemeinsam gestaltet. Außerdem hält der Verein, der sich selbst als naturnah, gesellig, sportlich und familienfreundlich bezeichnet, auch so zusammen. Vom ersten Arbeitseinsatz im April bis zur Innenreinigung der Sanitäranlagen.