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Am Waldschlößchen blitzt’s jetzt wieder ab 30

Die Jagdsaison der Fledermäuse beginnt. Zu ihrem Schutz gilt bis Oktober nachts ein Tempolimit.

Grelle nächtliche Blitze lassen jetzt wieder verstärkt den Adrenalinspiegel von Kraftfahrern auf der Waldschlößchenbrücke steigen. Vor allem bei denen, die frontal den grellen Lichtstrahl erblicken. Und das werden nach den ersten Erfahrungen der Stadt jetzt mehr sein als im Winterhalbjahr. Denn seit dieserWoche gilt wieder ein nächtliches Tempo-30-Limit, teilt Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz mit. Das betrifft die wärmere Jahreszeit von April bis Oktober, wenn die Kleinen Hufeisennasen nach Einbruch der Dunkelheit wieder jagen. Mit der Begrenzung soll die seltene Fledermausart geschützt werden.

Eine Idee der Stadt Dresden war das Aufstellen der Hightechblitzer aber nicht. Sie fügt sich den Zwängen, die ihr das Oberverwaltungsgericht Bautzen auferlegt hatte. Zwar hob es mit dem Urteil vom 14. November 2007 den Baustopp auf und machte somit den Weg für den Brückenbau frei. In der Brücke sahen die Richter keine Gefahr für die Kleine Hufeisennase. Doch um sie zu schützen, verpflichtete das Gericht die Stadt zu Nachbesserungen und legte eine Geschwindigkeitsbeschränkung fest.

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Fachleute gehen jedoch davon aus, dass die Fledermäuse das Dresdner Elbtal als Transferroute zwischen den Kolonien in Meißen und Pillnitz nutzen. Sie fliegen zwar eher unter einer Brücke hindurch. Falls sie doch in den Verkehr auf der Brücke geraten sollten, könnten sie – beim vorgeschriebenen Tempo 30 – wegen ihrer extrem kurzen Reaktionszeit ausweichen.

Begrenzung nach Stand der Sonne

Die genauen Zeiten für das nächtliche Tempo-30-Limit hängen vom Sonnenauf- beziehungsweise -untergang ab. So gilt die Begrenzung in diesem Monat von 19 bis 7 Uhr, zwischen Mai und Juli von 20 bis 6 Uhr, im August und September von 19 bis 6 Uhr und im Oktober von 18 bis 7 Uhr.

Allein im ersten Quartal nach Brückenöffnung wurden rund 8 000 Kraftfahrer geblitzt. Deutlich bemerkbar machte sich jedoch der Wegfall des 30-Limits im Herbst in der Statistik. So gab es in der letzten Oktoberwoche 624 Verstöße, in der zweiten Novemberwoche hingegen nur noch 350.