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Riesa

Ambiente mit Schlossblick

Nicht nur im Außenbereich von Strehlas einzigem Hotel hat sich zuletzt viel getan. Eine Sache aber macht den Besitzern zu schaffen.

Anna und Marcel Koken haben es sich für einen Moment im neu gestalteten Garten ihres Strehlaer Ambiente Hotels gemütlich gemacht. Von dort gibt es einen Blick aufs Schloss – und zur anderen Seite hin zur Kirche.
Anna und Marcel Koken haben es sich für einen Moment im neu gestalteten Garten ihres Strehlaer Ambiente Hotels gemütlich gemacht. Von dort gibt es einen Blick aufs Schloss – und zur anderen Seite hin zur Kirche. © SZ

Strehla. Wer Strehla auf der B 182 durchfährt, dem könnte der Farbwechsel von Gelb hin zu Grün an der Fassade des Ambiente Hotels aufgefallen sein. Doch wesentlich größer sind die Veränderungen auf der anderen Seite des Hotelgebäudes ausgefallen. In den letzten Monaten ist der dortige Hotelgarten komplett umgestaltet worden. 

Seit Juni gibt es eine große Terrasse mit etlichen Sitzgarnituren, großen Sonnenschirmen, einer Grillecke und einem Gartenhaus. Nicht das schlechteste Plätzchen in Strehla, mit dem Blick zum Schloss auf der einen und zur Kirche auf der anderen Seite.

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Die Hotelbesitzer Anna und Marcel Koken haben es sich für einen Moment dort gemütlich gemacht. „Ich bin froh, dass das geschafft ist“, sagt Anna Koken über den Gartenumbau, bei dem Erdmassen im großen Stil bewegt werden mussten. Das Projekt umzusetzen sei nicht ganz einfach gewesen, weil die Handwerksfirmen wegen guter Auslastung eine Weile gebraucht hätten, bis alles fertig war.

Die Umgestaltung im Außengelände – bei der auch gleich die Zufahrt zum Innenhof verbreitert und neue Parkflächen geschaffen wurden – reiht sich in eine ganze Kette von Investitionen der Kokens seit der Übernahme des Ambiente Hotels anno 2017 ein. Angefangen von Badsanierungen in den Gästezimmern über die Verlegung des Frühstücksraums vom Keller ins Erdgeschoss bis hin zu neuen Böden. Auch den Innenhof haben die Kokens aufgepeppt. Künftig könnte dort bei gutem Wetter das Frühstück stattfinden.

Ideen, was man sonst noch machen könnte, haben die beiden Hoteliers reichlich. Aber erst einmal soll gut sein mit den großen Investitionen. Die Kokens wollen sich voll aufs Hotelgeschäft konzentrieren. Und das läuft, sagt das Ehepaar. Schon im ersten Jahr nach der Hotelübernahme sei die Auslastung stark gestiegen, im zweiten dann noch etwas mehr – beinahe verdoppelt sei sie im Vergleich zu früher.

Die Abhängigkeit des Hotelbetriebs von den Radfahrern, die einst 70 Prozent des Umsatzes ausgemacht hätten, sei gesunken. Inzwischen würden die Radler noch etwa 40 bis 45 Prozent ausmachen. „Aber“, sagt Marcel Koken, die absoluten Zahlen der Radgäste seien gestiegen. „Die Vorbesitzer hatten 1 200 Radgäste, wir haben jetzt etwa 1 450.“

Gedacht für Hotelgäste

Stark zugenommen habe aber vor allem die Zahl der Handwerker und Geschäftsreisenden, die im Ambiente Hotel logieren. Die Kokens führen das unter anderem auf ihre Preise zurück, die im Vergleich günstig seien. Dass vieles im Hotel neu oder frisch saniert sei, trage wohl ebenfalls dazu bei, dass Gäste gern kommen, meinen sie. Auch die freundliche Art der Gastgeber könnte ein Grund sein. 

Der Blick auf die Gästezahlen macht die Kokens zufrieden. Sorge macht ihnen dagegen die Personalsituation. Denn da sehe es schlecht aus. Seinen Hotelbetrieb schmeißt das Ehepaar momentan zu zweit mit einer Angestellten, die die Zimmer reinigt. Eine weitere Kraft würde schon für Entlastung sorgen. Doch trotz Bezahlung über Mindestlohn und eigentlich angenehmen Arbeitszeiten habe man bisher niemanden gefunden. 

Und so sind es die Kokens selbst, die sich vom Frühstücksbuffet bis zum abendlichen Ausschank der Getränke im neuen Hotelgarten um alles kümmern. Bewirtet werden im Garten übrigens nur Hotelgäste, sagt Anna Koken. Unter anderem, damit Besucher nicht bis spät in die Nacht sitzen und Hotelgäste beim Schlafen stören. „Wir leben vom Zimmerverkauf“, sagt Anna Koken, „und sind keine Gastronomie.“

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