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Amnesty-Demo beim Semperopernball

Nicht nur Ballfreunde treffen sich am Freitagabend vor der Dresdner Oper. Dieses Mal gibt es auch Protest.

Von Christoph Springer
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Hans-Joachim Frey (l), Chef des Semperopernballs, hat zugegeben, dass die Preisverleihung an den ägyptischen Präsidenten ein Fehler war. Amnesty International will das am Freitag bekräftigen.
Hans-Joachim Frey (l), Chef des Semperopernballs, hat zugegeben, dass die Preisverleihung an den ägyptischen Präsidenten ein Fehler war. Amnesty International will das am Freitag bekräftigen. © Egyptian Presidency/dpa

Die Gäste des Semperopernballs müssen am Freitagabend auf dem Theaterplatz mit Pfiffen und Buhrufen rechnen. Denn nicht nur das Ballvergnügen wird dort eine Rolle spielen, auch Protest ist angesagt. Amnesty International plant eine Kundgebung, die sich gegen die Ordensverleihung an den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi richtet.

Das teilte die Stadtverwaltung auf SZ-Anfrage mit. Organisator der Versammlung ist demnach der Amnesty-Bezirk Sachsen. Das bestätigte die Amnesty-Pressestelle in Berlin. Bisher rechnen die Veranstalter zwar nur mit rund 20 Teilnehmern, doch angesichts der zunehmenden Kritik an mehreren Ball-Preisträgern sowie Absagen von Mitwirkenden und Preisträgern könnte die Zahl der Kritiker, die sich am Freitagabend auf dem Theaterplatz treffen, noch steigen.

Bereits 2018 hat Amnesty in Berlin gegen den ägyptischen Präsidenten protestiert.
Bereits 2018 hat Amnesty in Berlin gegen den ägyptischen Präsidenten protestiert. © Amnesty International/Henning Schacht

Amnesty protestiert in Deutschland nicht das erste Mal gegen al-Sisi. Als sich im Oktober 2018 der ägyptische Präsident und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin trafen, mahnte die Organisation an, Merkel müsse "die systematischen Menschenrechtsverletzungen durch die ägyptischen Behörden deutlich ansprechen und ein Ende der massiven Unterdrückung der ägyptischen Zivilgesellschaft einfordern".

Im November vergangenen Jahres berichtete Amnesty, im Namen der Terrorbekämpfung würden in Ägypten "friedliche Kritiker der Regierung willkürlich festgenommen, eingeschüchtert und wie Staatsfeinde behandelt". Die Anklagebehörde habe sich zu einem "zentralen Element der Unterdrückung entwickelt". Seit dem Amtsantritt von Präsident Abdel Fattah al-Sisi im Jahr 2013 habe sich die Zahl der von der Staatsanwaltschaft für Staatssicherheit verfolgten Fälle fast verdreifacht – von rund 529 Fällen im Jahr 2013 auf 1.739 im Jahr 2018. (SZ/csp)

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