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Razzia mit Folgen für Milbradt und Heitmann?

Ein Brief seines Hauses vom 20. Juli 1999 bringt Finanzminister Georg Milbradt und Ex-Justizminister Steffen Heitmann erneut in die Schlagzeilen - wegen einer Affäre, die ausgestanden schien: die Spielbanken-Schließung.Ein...

Von Thomas Schade

Ein Brief seines Hauses vom 20. Juli 1999 bringt Finanzminister Georg Milbradt und Ex-Justizminister Steffen Heitmann erneut in die Schlagzeilen - wegen einer Affäre, die ausgestanden schien: die Spielbanken-Schließung.
Ein Beamter informierte damals die Staatsanwaltschaft Dresden über den "Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung in den Spielbanken Leipzig und Dresden". Die Ermittler übernahmen den schweren Vorwurf, als die Schließung der Casinos vom Finanzminister betrieben wurde. Beschuldigt waren der Betriebsrat Torsten Junghans und der Anwalt Ulrich Keßler, der Dutzende Casino-Mitarbeiter gegen den Freistaat vertrat. Am 24. September 1999 durchsuchte die Polizei Wohnungen und Geschäftsräume der Beiden. Beschlagnahmt wurden auch Akten, die Junghans und der Anwalt für Sozialplanverhandlungen und Arbeitsgerichtsprozesse brauchten. Die Opposition im Landtag kritisierte den Vorgang. Wohl nicht zu Unrecht. Denn die Ermittlungen mussten am 27. Juli eingestellt werden. Es fanden sich keine Beweise.
Nun schießt Anwalt Keßler zurück und zeigte Milbradt und Heitmann an. Die Dresdner Staatsanwaltschaft bestätigte gestern den Eingang der Anzeige. Verleumdung, Hausfriedensbruch, Nötigung wirft der Anwalt den Verantwortlichen vor. Die Untersuchungen könnten unangenehm werden für Milbradt: Er gab den ominösen Brief weiter, den Junghans 1998 an Keßler geschrieben haben soll. Auf ihm basiert der Vorwurf. Mit seinem Staatssekretär stimmte er den Weg des Briefes ab. Peinlich für die Ermittler: Zu einer kriminellen Vereinigung gehören laut Strafgesetz "mindestens drei Personen".

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