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Volkshochschule schließt Büro

Es wird gespart. Darum schafft der Kreis das Büro der Volkshochschule in Bischofswerda ab. Kurse soll es hier weiter geben.

Erst ging das Landratsamt mit seinen Außenstellen, dann wurden Kino und Post geschlossen. Was genau aus dem Kulturhaus wird, ist ungewiss. Und für das neue Amt für Arbeit und Soziales, in dem der Landkreis Bautzen ab Januar Arbeitslosengeld-II-Empfänger betreut, wurde erst gar kein Außen-Büro in Bischofswerda vorgesehen. Fällt es da noch ins Gewicht, dass der Landkreis die Verwaltung der Außenstelle der Kreisvolkshochschule (KVHS) bis 2006 auflöst?

Die Bischofswerdaer können das sehen, wie sie wollen. Sie werden es nicht mehr ändern, denn die Entscheidung im Kreistag ist gefallen. Der Landkreis fasst ab 2005 die Kreisvolkshochschule und die Kreismusikschule in einem Eigenbetrieb zusammen und will ab 2006 alle Volkshochschulkurse von Bautzen aus organisieren. Auf Anfrage erklärte Landratsamts-Dezernent Dr. Wolfram Leunert, man reagiere damit auf einen Rückgang der Nachfrage nach Volkshochschulkursen um etwa 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Vorhalten der Verwaltung der Außenstelle in Bischofswerda sei „nicht mehr gerechtfertigt“, heißt es. Durch die Konzentration der Verwaltung in Bautzen rechnet das Landratsamt mit Einsparungen einerseits bei der Miete, die derzeit bei rund 31 000 Euro im Jahr liegt, wohl wissend, dass weniger Ausgaben des einen Eigenbetriebes weniger Einnahmen für den anderen Eigenbetrieb, nämlich das Kulturhaus, bedeuten.

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Andererseits werden Stellen gestrichen. Bereits 2005 fällt die der Sekretärin, 2006 auch die der „Außenstellenleitung“ weg.

In Bischofswerda bleibt 2005 zunächst noch Außenstellenleiterin Ursula Görg. Ihr räumen Landratsamt und Kreisvolkshochschulleitung ein Jahr Zeit ein, um die neuen Abläufe zur Vorbereitung von Kursen in Bischofswerda von Bautzen aus zu organisieren. Praktisch geht es darum, dass Interessenten ab 2006 entweder das Internet nutzen, nach Bautzen fahren oder dort anrufen, um sich anzumelden.

Was die Volkshochschule künftig in Bischofswerda noch inhaltlich zu bieten hat, bleibt abzuwarten. Bisher gab es für die Außenstelle ein spezielles Kursangebot und im Moment geht Ursula Görg davon aus, dass das so bleibt: „Unsere Kursleiter sind sehr sehr zuverlässig und selbstständig. Darauf, glaube ich, lässt sich bauen.“

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Nachdem sich die Einrichtung vor ein paar Jahren aus der Stadt zurückgezogen hatte, sollen ab Herbst wieder Kurse angeboten werden. In vorerst drei Bereichen.

Besonders nachgefragt werden in Bischofswerda auch in Zukunft wohl spezielle Sprachkurse sowie Themen der Gesundheitsbildung, vermutet Ursula Görg mit Blick auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Dagegen sinkt weiter kontinuierlich das Interesse an „Deutsch für Aussiedler“ und anderen Lehrgängen, die nicht durch Gebühren der Teilnehmer, sondern durch die Agentur für Arbeit oder den Europäischen Sozialfonds finanziert werden. Das wirkt sich auf die Bilanz der Volkshochschul-Außenstelle insofern besonders negativ aus, als dass Kurse dieser Art in der Vergangenheit zeitweise fast die Hälfte des Angebotes ausgemacht haben.

Den Rückgang in diesem Geschäftsbereich begründet die Volkshochschule mit sinkendem Bedarf und der Tatsache, dass andere Schulen ähnliche Angebote machen. Neben der staatlichen Volkshochschule gibt es im Landkreis 60 private Bildungsträger.