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Wechsel bei der CDU: „Beton-Brauns“ kein Baupolitiker mehr

Der Mann, der am stärksten polarisiert, gibt seinen Posten ab. Die CDU setzt nun auf leisere Töne bei Verkehr und Bau.

Politische Gegner sind an ihm abgeprallt, sein „Durchziehen“, ohne zur Seite zu schauen, und eine beinahe legendäre Entgleisung haben Hans-Joachim Brauns in anderen Fraktionen – und in eigenen Reihen – den Spitznamen „Beton-Brauns“ eingebracht. 2011 hat er Linke-Stadtrat Tilo Wirtz beschimpft: „Dir sind die mit dem Pflug durchs Gehirn gefahren.“

Nach mehr als elf Jahren als Bau-Experte in Partei und Fraktion sagt er selbst, er sei „amtsmüde“. „Wofür ich gekämpft habe, ist erfolgreich beendet“, so Brauns. Er meint damit den Bau der Waldschlößchenbrücke und den historischen Wiederaufbau des Neumarktes. Aber wegen seiner harten Haltung ist er auch intern immer wieder angeeckt. Die Königsbrücker Straße wollte er viel breiter, als sie nun werden soll, und bei der Albertbrücke hat er die Verzögerungen durch die FDP unterstützt, wollte sie während der Sanierung autofahrerfreundlich länger für Bahnen sperren. „Das war alles zu seiner Zeit richtig“, so Brauns. Nur für überzeugende Gegenargumente revidiere er seine Meinung: „Dazu gab es in den Jahren aber wenig Anlass.“

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Künftig werde er sich aber beim Bau heraushalten und um die Themen Verwaltung und Finanzen kümmern. Nachfolger von Brauns in der CDU-Fraktion wird Gunter Thiele. Der Verkehrsplaner tritt moderater auf als Brauns: „Ich werde Kompromisse suchen, um so CDU-Ziele einfließen zu lassen. Es bringt wenig, auf Positionen zu bestehen, wenn die Mehrheiten im Rat künftig anders sind.“ Die CDU setze aber weiter darauf, dass in den Themenbereichen viel umgesetzt wird.

Dem neuen CDU-Fraktionschef Jan Donhauser ist wichtig, dass es keine Abstrafung für Brauns sei: „Über die künftigen Inhalte und Schwerpunkte in dem Bereich verständigt sich die Fraktion noch.“ Die anderen neuen Fachsprecher sind: Peter Krüger für Finanzen, Daniela Walter für Soziales, Veit Böhm für IT und Ingo Flemming für Petitionen. Die anderen Fachbereiche bleiben wie bisher besetzt. (SZ/awe)