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Amtschef im neuen Haus eingeführt

Landwirtschaftsamt. Der neue Amtsleiter kommt direkt vom Verhandlungstisch aus Brüssel.

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Von Birgit Ulbricht

Das Amt hätte als Nachfolge für Uwe Mildner keinen besseren Fachmann als Herrn Wallrabe finden können, sagte Amtschef Wolf-Eberhard Kuhl vom Ministerium gestern bei der feierlichen Amtseinführung von Klaus Wallrabe in Großenhain. Klaus Wallrabe hat die Agrareform für Sachsen in Brüssel verhandelt und kenne sich wie kaum ein anderer in der Materie aus. Und er könne dies vor allem darstellen und erklären, nicht nur den Mitarbeitern, sondern insbesondere den Betrieben vor Ort. Nun müsse er das, was er verhandelt habe, umsetzen, ergänzte Amtschef Kuhl scherzend.

Das Ministerium würdigte noch einmal ausdrücklich die Verdienste von Vorgänger Uwe Mildner. Mildner sei der Mann der ersten Stunden, der große Umbrüche zu bewältigen hatte. Und er galt als Mann des Ausgleichs, der einerseits Landwirtschaft und Umwelt in seinem Haus zusammenführte, andererseits die vielen unterschiedlichen Betriebe in seinem Amtsbereich. Mit dem Großenhainer Amt übernimmt der gebürtige Meißner das größte in Sachsen. Die Großenhainer Behörde ist mit 50 Mitarbeitern für 1200 Betriebe in Meißen, Riesa und Großenhain verantwortlich, im Bereich Gartenbau sogar einschließlich Pirna und dem Weißeritzkreis. Manche Aufgaben wie die Beratung der Schäfer oder der ökologisch wirtschaftenden Betriebe nimmt das Amt für den gesamten Regierungsbezirk wahr. Was nun vor allem anstehe sei, den Wandel in der Agrarpolitik praktisch zu bewältigen.

„Zum ersten Mal haben die Landwirte die Chance, nicht um jeden Preis produzieren zu müssen, sondern nur wenn der Preis stimmt“, sagte Klaus Wallrabe auf die Frage, was die Reform Gutes bringe. Die Entkoppelung der Direktzahlungen von der Produktion und Anbindung an die Flächen habe durchaus Vorteile. Als Nachteil befürchte er, dass die Subventionen, die beim Landwirt ankommen sollen, ein Stück weit über die Pacht abgegriffen werden. Doch das müsse man in den nächsten Jahren erst genauer beobachten.