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Weil der Strom fehlte: Illegal Benzin gezapft

Zwei Männer haben vor Gericht gestanden, weil sie in Seifhennersdorf ein Auto knackten. Doch nur einer legte ein Geständnis ab.

Symbolbild
Symbolbild © Symbolfoto: Axel Heimken/dpa

Ein 41-Jähriger aus Ebersbach-Neugersdorf und ein 22-Jähriger aus Seifhennersdorf haben sich wegen besonders schweren gemeinsamen Diebstahls vor dem Zittauer Amtsgericht verantworten müssen - in Tateinheit mit Sachbeschädigung. Sie knackten laut Staatsanwältin Heike Korowiak in der Nacht vom 26. zum 27. November 2017 an der Rumburger Straße in Seifhennersdorf einen parkenden Pkw, haben zwei Löcher in dessen Tank gebohrt und auf diesem Wege 40 Liter Benzin abgezapft und gestohlen. 

Während der jüngere Beschuldigte von seinem Recht auf Verweigerung der Aussage Gebrauch machte und auf die Einlassungen bei seiner polizeilichen Vernehmung verwies, legte sein Komplize ein freimütiges Geständnis ab. Er sei damals in einer schwierigen finanziellen Lage gewesen, erklärte der Angeklagte. Außerdem habe es eine Unterbrechung des Stromverbrauchs gegeben, weshalb er sich ein Notstromaggregat besorgte. Doch um das zu betreiben, sei eben Benzin nötig gewesen. So kamen sie gemeinsam auf die verhängnisvolle Idee. Beide hatten damals denselben Wohnsitz. 

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Den Wohnungsinhaber verurteilte das Gericht bereits wegen Entzugs der Elektroenergie. Doch auch den jüngeren Mann sprach es bereits wegen Betrug, Körperverletzung und Sachbeschädigung schuldig. Die jüngste Tat war dann ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, der ihm eine sechsmonatige Jugendstrafe auf Bewährung einbrachte. Und diese lief noch bis Ende dieses Jahres.

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Aufgrund des Geständnisses kam die Staatsanwältin zum Schluss, dass es sich im Falle des damals 20-Jährigen nicht um eine jugendtypische Tat handelte und deshalb allgemeines Strafrecht gelten sollte. Zu berücksichtigen seien dessen Vorstrafen, aber auch die wirtschaftliche Situation beider Angeklagten. Sie erachtete jeweils eine Geldstrafe als angemessen. Diese sollte für den Älteren 20 Tagessätze zu je 50 Euro und für den Jüngeren 40 Tagessätze zu je 20 Euro betragen. Diesem Vorschlag stimmte auch der Verteidiger zu. Nach längerer Beratung kam das Schöffengericht ebenfalls zu diesem Schiedsspruch. Sollte das Urteil beim unter Bewährung stehenden Angeklagten rechtskräftig werden, werde dessen Bewährungszeit um ein Jahr verlängert, so Richter Holger Maaß.

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