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An allen Ecken und Enden muss gespart werden

Es reicht wirklich nur für das Allernötigste in Lawalde. Der Haushalt ist zwar ausgeglichen, aber das war nur durch schmerzliche Kürzungen in vielen Bereichen möglich. Neuanschaffungen und Bauvorhaben sind aus eigener Kraft derzeit nicht finanzierbar.

Von Daniela Pfeiffer

Das Dorffest kann die Gemeindeverwaltung von Lawalde in diesem Jahr erstmals nicht mehr wie bisher mitorganisieren. „Weder personell noch finanziell“, sagt Bürgermeisterin Nadja Kneschke. Lediglich indem sie das Festzelt und den Festplatz kostenlos zur Verfügung stellt und der Bauhof das Zelt aufbaut, kann die Gemeinde noch helfen. Den Rest übernimmt ein Festverein, der sich aus Vertretern mehrerer Lawalder Vereine gründen will.

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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Denn die Gemeinde hat für freiwillige Aufgaben kaum noch Geld. Der Haushalt für 2004 konnte nur mit Hilfe von Kürzungen in allen Bereichen ausgeglichen werden. Deshalb sind für dieses Jahr kaum Investitionen vorgesehen. Und immerhin hat die Gemeinde auch noch saftige Fehlbeträge aus den vergangenen Jahren von insgesamt mehr als 600 000 Euro abzubauen.

Für das Dorfleben heißt das: Kürzen und Sparen. Zum Beispiel bekommen die Vereine nur noch halb so viel Geld. „Wir versuchen aber, sie weiterhin zu unterstützen“, verspricht Nadja Kneschke. Auch die Rentnerbetreuung musste reduziert werden. Nur 500 Euro stehen noch zur Verfügung.

Geprüft wird derzeit die Auslastung einzelner Gebäude, wie der beiden Kegelbahnen in Lauba und Lawalde. Wenn sich herausstellt, dass sie nicht kostendeckend betrieben werden können, muss an eine Übernahme durch Vereine oder an Privatisierung gedacht werden. Nadja Kneschke: „Die Gebühren wollen wir nicht erhöhen, das würde die Besucher abschrecken.“

Auch der Kopf der Gemeinde selbst beteiligt sich an den Einsparungen. So hat sich der Gemeinderat die Diäten halbiert, die Bürgermeisterin will bei ihrem Lohn Abstriche machen. Die fünf Mitarbeiter des Bauhofs müssen eventuell mit Stundenkürzungen rechnen. „Wir müssen beim Bauhof personell und finanziell kürzen“, sagt Nadja Kneschke. Für den Winterdienst gelte das allerdings nicht, der sei garantiert. Seit Jahresanfang ist außerdem die Schulküche zu. Schon seit einem Jahr wird nachts zwischen 23 und 5 Uhr Strom gespart. Denn außer an Feiertagen oder zu Veranstaltungen bleiben dann die Straßenlampen aus.

Warten auf die

Kamenzer Fördermittel

Investitionen sind für 2004 keine geplant. Lediglich die Außensanierung des Laubaer Kindergartens – Fassade, Fenster und Dach – sowie die Sanierung des Nebengebäudes (Turnhalle) der Grundschule Kleindehsa sind nach wie vor im Haushaltsplan. Für beide Vorhaben liegen seit 2001 und 2002 Fördermittelanträge beim Amt für Ländliche Neuordnung (ALN) in Kamenz – bislang ohne Bewilligungsbescheide. Sollten diese in diesem Jahr ins Haus flattern, wäre der Eigenanteil den die Gemeinde aufzubringen hat, das nächste Problem. Nadja Kneschke: „Dann müssten wir uns etwas einfallen lassen.“

Möglichkeiten, an Geld zu kommen, hat die Gemeinde aber kaum. Lediglich aus dem Verkauf weiterer Baugrundstücke im Wohngebiet Webergasse oder aus der Vermietung der oberen Etage des Hauses drei der Gemeindeverwaltung könnte etwas eingenommen werden. Aus Letzterem war im Dezember das Löbauer Rechnungsprüfungsamt ausgezogen. Die Räume mit insgesamt 172 Quadratmetern Fläche eignen sich der Bürgermeisterin zufolge am besten als Büros. „Notfalls könnten sie auch zu Wohnungen umgebaut werden.“

Bei aller Sorge bleibt Lawaldes Bürgermeisterin aber optimistisch. „Wir werden nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern versuchen, die Gemeinde so gut wie möglich am Leben zu erhalten.“