merken
PLUS

An der B 169 geht‘s voran

Der Spatenstich für den dritten Bauabschnitt ist für nächstes Jahr geplant. Riesa verbindet damit viele Hoffnungen.

Von Jens Ostrowski

Viele wirtschaftliche Hoffnungen der Stadt Riesa lasten auf dem Ausbau der B 169. Die letzten beiden Teilstücke zwischen Seerhausen und Döbeln fehlen noch. Die schnelle Autobahnanbindung wäre ein wichtiges Argument, um den Wirtschaftsstandort Riesa auszubauen, sagt Kurt Hähnichen vom Vereinigten Wirtschaftsforum Riesa. Die Vereinigung kämpft seit über zehn Jahren gemeinsam mit der Stadt Riesa für die neue Anbindung, die nach dem zweiten Bauabschnitt bislang in Seerhausen in einem Feld endet. Jetzt gibt es gute Zeichen aus dem sächsischen Verkehrsministerium. Die SZ stellt die Fakten zusammen.

Anzeige
Zwei Patienten, ein Beatmungsgerät
Zwei Patienten, ein Beatmungsgerät

Und nun? Mit Covid-19 kam die Thematik der Triage, dem Sichten und Klassifizieren von Patienten, erneut auf. Ein Interview mit Medizinrechtsexperte Prof. Dr. Erik Hahn.

Es fehlen noch 24 Kilometer

Zwei von vier Bauabschnitten fehlen noch, um die neue B 169 von Riesa durchgängig bis zur A 14 in Döbeln befahren zu können. Der dritte Bauabschnitt von Seerhausen bis Salbitz ist rund 13 Kilometer lang, die Planungen dafür vom Freistaat so gut wie abgeschlossen. Dem Verkehrsministerium liegen insgesamt neun mögliche Varianten der Streckenführung vor, zwischen denen es sich entschieden hat. Und auch der Bund favorisiert diese Planung, die in den letzten Monaten detailliert ausgearbeitet wurde. Diese Trassenführung soll ab September öffentlich in allen betroffenen Kommunen ausgelegt werden. Bürger haben dann die Möglichkeit, eventuelle Einwände anzumelden.

Der vierte und letzte Bauabschnitt mit Anbindung an die A 14 ist rund elf Kilometer lang. Dessen Streckenführung soll in direktem Anschluss an die Planungen des dritten Abschnitts festgelegt werden. „Wir hoffen, dass es dann nicht wieder Jahre dauern wird, bis der letzte Teil der Streckenführung kommt“, sagte Kurt Hähnichen. Nun aber müsse erst mal der nächste Schritt abgeschlossen werden.

Naturschutzgebiet wird ausgespart

Um langwierige Gerichtsprozesse zu vermeiden, hat sich der Freistaat nun für eine Trassenführung entschieden, die den Hahnefelder Speicher nicht mehr tangiert. Der Bereich ist Naturschutzgebiet mit einem besonderen Bewohner: dem Juchtenkäfer. Der BUND Sachsen und die Grüne Liga hatten in der Vergangenheit immer wieder ihre Vorbehalte genannt, die B 169 in diesem Bereich zu bauen. Deshalb soll die Trasse nun einen Bogen um das Naturschutzgebiet machen.

Baubeginn für 2015 geplant

Beim letzten Gespräch des Wirtschaftsforums Riesa im Verkehrsministerium in Dresden hat Amtsleiter Bernd Sablotny erstmals einen Zeitraum genannt, in dem der dritte Bauabschnitt der B 169 fertiggestellt werden könnte. Demnach soll der erste Spatenstich für die 13 Kilometer lange Trasse Ende 2015 beginnen. Für den Bau selbst sind rund zwei Jahre vorgesehen. Wenn alles klappt, könnte die Straße also Ende 2017 bis nach Salbitz führen.

Ausbau kostet

Der Ausbau des nächsten Teilstücks kostet nach derzeitigem Planungsstand laut Informationen der Sächsischen Zeitung rund 21 Millionen Euro. „Die Finanzierung hat der Bund bereits zugesichert. Jetzt hängt der Weiterbau wirklich nur noch am Planungsverfahren“, sagt Kurt Hähnichen.

Wirtschaft fiebert dem Ausbau entgegen

Wie wichtig zudem der Ausbau der Bundesstraße für Riesas Wirtschaft ist, zeigt sich in einem für das Bundesverkehrsministerium angefertigten Planco-Gutachten zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Binnenhäfen. Dort schneidet Riesa im Bereich Erreichbarkeit eher bescheiden ab. „Die aktuelle infrastrukturelle Erreichbarkeit des Hafens Riesa ist hinsichtlich Straßenanbindung nicht ideal. Die große Entfernungen zum Autobahnnetz und die Notwendigkeit der Durchquerung von Wohngebieten führen zu Problemen“, steht dort geschrieben. Die zeigt laut Kurt Hähnichen, wie wichtig die beiden Projekte füreinander und damit für die gesamte Region sind. Und Hähnichen geht sogar noch weiter: „Mit der Anbindung steht und fällt die Zukunft unserer Stadt.“