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An der B 169 geht’s voran

Der Spatenstich für den dritten Bauabschnitt ist für nächstes Jahr geplant.

Von Jens Ostrowski und Peggy Zill

Die unendliche Geschichte der B 169 zwischen Riesa und Döbeln scheint ein neues Kapitel zu bekommen. Die letzten beiden Teilstücke zwischen Seerhausen und Döbeln fehlen noch. Bisher endet die Bundesstraße in Seerhausen im Feld. Jetzt gibt es gute Zeichen aus dem sächsischen Verkehrsministerium. „Es wäre dringend notwenig, dass die Straße ausgebaut wird. Bis Hainichen ist die B 169 eine Zumutung“, sagt Bernd Sonntag vom Gewerbeverband Ostrau. Er glaubt jedoch nicht daran, dass der letzte Abschnitt, der auch Ostrau betrifft, in absehbarer Zeit fertiggestellt wird.

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Es fehlen noch 24 Kilometer

Zwei von vier Bauabschnitten fehlen noch, um die neue B 169 von Riesa durchgängig bis zur A 14 in Döbeln befahren zu können. Der dritte Bauabschnitt von Seerhausen bis Salbitz ist rund 13 Kilometer lang, die Planungen dafür vom Freistaat so gut wie abgeschlossen. Dem Verkehrsministerium liegen insgesamt neun mögliche Varianten der Streckenführung vor, zwischen denen es sich entschieden hat. Und auch der Bund favorisiert diese Planung, die in den letzten Monaten detailliert ausgearbeitet wurde. Diese Trassenführung soll ab September öffentlich in allen betroffenen Kommunen ausgelegt werden. Bürger haben dann die Möglichkeit, eventuelle Einwände anzumelden.

Der vierte und letzte Bauabschnitt mit Anbindung an die A 14 ist rund elf Kilometer lang. Dessen Streckenführung soll in direktem Anschluss an die Planungen des dritten Abschnitts festgelegt werden. Der Ostrauer Gewerbeverband ist für einen dreispurigen Ausbau der Strecke, der Verlauf soll jedoch nicht geändert werden. „Die Ampel soll bleiben und keine Brücke über die B 169 gebaut werden. Sonst wird unser Gewerbegebiet abgehangen“, befürchtet Bernd Sonntag. „Wie es am Ende kommen wird, weiß aber keiner“, sagt er. Vor ein paar Monaten war Bernd Sonntag bei der zuständigen Behörde. Damals sei ihm gesagt worden, dass es noch gute zehn Jahre dauern wird, bis der letzte Bauabschnitt an der Reihe ist. „Im Verkehrswegeplan des Bundes ist der Ausbau der B 169 auch nicht als dringlich eingestuft“, so Bernd Sonntag.

„Wir hoffen, dass es nicht wieder Jahre dauern wird, bis der letzte Teil der Streckenführung kommt“, sagte Kurt Hähnichen vom Vereinigten Wirtschaftsforum Riesa. Die Vereinigung kämpft seit über zehn Jahren gemeinsam mit der Stadt Riesa für die neue Anbindung. Nun aber müsse erst mal der nächste Schritt abgeschlossen werden.

Naturschutzgebiet wird ausgespart

Um langwierige Gerichtsprozesse zu vermeiden, hat sich der Freistaat für den dritten Bauabschnitt bis Salbitz nun für eine Trassenführung entschieden, die den Hahnefelder Speicher nicht mehr tangiert. Der Bereich ist Naturschutzgebiet mit einem besonderen Bewohner: dem Juchtenkäfer. Deshalb soll die Bundesstraße nun einen Bogen um dieses Naturschutzgebiet machen.

Baubeginn für 2015 geplant

Beim letzten Gespräch des Wirtschaftsforums Riesa im Verkehrsministerium in Dresden hat Amtsleiter Bernd Sablotny erstmals einen Zeitraum genannt, in dem der dritte Bauabschnitt der B 169 fertiggestellt werden könnte. Demnach soll der erste Spatenstich für die 13 Kilometer lange Trasse Ende 2015 beginnen. Für den Bau selbst sind rund zwei Jahre vorgesehen.

Ausbau kostet

Der Ausbau des nächsten Teilstücks kostet nach derzeitigem Planungsstand rund 21 Millionen Euro. „Die Finanzierung hat der Bund bereits zugesichert. Jetzt hängt der Weiterbau wirklich nur noch am Planungsverfahren“, sagt Kurt Hähnichen.

Unfallschwerpunkt verschwindet

Die Bundesstraße ist seit Jahren ein Unfallschwerpunkt – trotz Tempolimit. Da ein sicheres Überholen nur an wenigen Stellen möglich ist, kommt es oft zu riskanten Überholmanövern und in der Folge immer wieder zu Unfällen.