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An der Südstraße 20 könnte bald der erste Stolperstein liegen

In dem Haus lebte einstder Sozialdemokrat Kurt Heilbut. Die Nazis brachten ihn im KZ Auschwitz um.

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Kurt Heilbut arbeitete als Politikredakteur bei der Dresdner Volkszeitung. Nach ihrer Machtübernahme setzten die Nazis die Familie unter Druck. Kurt Heilbut, Sozialdemokrat und Jude, wurde mehrfach verhaftet und schließlich nach Auschwitz deportiert, wo ihn die Nazis im April 1943 ermordeten. Auch seinen ältesten Sohn Peter verhaftete die Gestapo im selben Jahr. Er kam ins Konzentrationslager Sachsenhausen. Nach zwei Jahren Haft wurde er im April 1945 mit 30 000 weiteren Inhaftierten auf den Todesmarsch geschickt. Peter Heilbut gelang die Flucht. Er überlebte und schlug sich nach Hamburg durch. Er arbeitete dort lange Jahre als Musikwissenschaftler und -pädagoge. Über seine qualvollen Jahre im KZ konnte Peter Heilbut lange nicht sprechen. Gleichwohl wollte er für seine Kinder und Enkel die schrecklichen Ereignisse aufschreiben. Zum 60. Jahrestag des Todesmarsches von Sachsenhausen hat er ein erstes Buch vorgelegt. Für weitere Vorhaben hat ihm die Kraft nicht mehr gereicht. 2005 starb er 85-jährig in Hamburg.

Haus wird saniert

Nach der Wende war Peter Heilbut mehrmals nach Freital zurück-gekehrt, wo er u.a. vor Gymnasiasten sprach und das ehemalige Wohnhaus seiner Familie besuchte. Das Wohn- und Geschäftsgebäude auf der Südstraße 20 (früher Nr. 11) trägt seit 1996 eine Gedenktafel für Kurt Heilbut, für die sich die damalige SPD-Stadtspitze eingesetzt hatte. Weil das Haus derzeit saniert wird, ist die Tafel im Ingenieurbüro Klingauf eingelagert. (SZ/wei/dsz)