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Radebeul

An die Wand gefahren

Sven Görner über den Verzug beim Schulbau. Ein Kommentar.

Sven Görner.
Sven Görner. ©  Fotomontage SZ

Mehrheitsentscheidungen sind an sich keine schlechte Sache. Zumal, wenn sie etwas Gutes erreichen wollen. Doch ist gut gemeint nicht in jedem Fall auch gut gemacht. Die gescheiterte Ausschreibung für die Erweiterung der Kurfürst-Moritz-Schule ist ein Beispiel dafür.

Sicher: Als Anfang 2018 im Gemeinderat abgestimmt wurde, in welcher Bauweise der Anbau errichtet werden soll, konnte niemand wissen, wie rasant sich die Baupreise entwickeln. Allerdings waren die Leistungen der überschaubaren Zahl von Modulbaufirmen schon damals sehr gefragt. Von den klassischen Baufirmen gibt es dagegen deutlich mehr – und damit auch einen größeren Wettbewerb.

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Zugut halten könnte man den damaligen Räten, dass sie die Baubelastung für Schüler und Lehrer möglichst kurz gestalten und die neuen Räume so schnell wie möglich zur Verfügung stellen wollten. Doch dieses Argument greift nicht.

 Denn es war ausgerechnet Schulleiter Heiko Vogel gewesen, der seinen Ratskollegen deutlich sagte, dass der zeitliche Faktor bei der Auswahl nicht die entscheidende Rolle spiele. „Als Nutzer sprechen wir uns eindeutig für die konventionelle Bauweise aus“, hatte er gesagt. 

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Als Begründung nannte er unter anderem die bessere Akustik und dass so der Anbau besser mit dem vorhandenen Neubau verschmelzen würde. Und weiter: „Der Gemeinderat ist in der guten Lage, tatsächlich einmal frei entscheiden zu können. Denn beide Varianten sind finanziell fast gleich.“ Dass die Mehrheit dennoch gegen Nutzer, Architekt und Bauamt stimmte, ist zwar demokratisch, aber nicht nachvollziehbar.

E-Mail an Sven Görner.