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An diesem Tisch tafelte Sachsenkönig Albert in Meißen

Der Tisch, an dem einst Sachsenkönig Albert und Königin Carola tafelten, wird derzeit in der Möbel- und Bautischlerei Brendel in Meißen einer umfassenden Restaurierung unterzogen. Der Tafeltisch wurde 1875 in der Kleinen Tafelstube der Albrechtsburg aufgestellt.

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Von Jürgen Müller

Der Tisch, an dem einst Sachsenkönig Albert und Königin Carola tafelten, wird derzeit in der Möbel- und Bautischlerei Brendel in Meißen einer umfassenden Restaurierung unterzogen. Der Tafeltisch wurde 1875 in der Kleinen Tafelstube der Albrechtsburg aufgestellt. Von dem heutigen Tisch ist nur noch der Korpus original. Die Tischplatte wurde schon vor mehr als 20 Jahren ausgetauscht. „Sie war nicht stimmig, außerdem beschädigt, die Intarsien hatten Wasserflecken“, sagt Uwe Michel, Schlossleiter der Albrechtsburg. Deshalb entschloss man sich, die Tischplatte zu erneuern. Der Freundeskreis Albrechtsburg Meissen sagte sofort finanzielle Unterstützung zu. „Mit dem Auftrag an eine einheimische Firma wollen wir auch die Verbindung zwischen Burg und Stadt dokumentieren“, sagt Dr. Andre Thieme, der Vorsitzende des Freundeskreises, der schon an der Rekonstruktion eines Leuchters und einer neuen Prunkfahne für die Burg beteiligt war.

Rund 5000 Euro wird die neue Tischplatte, die ausschließlich in aufwendiger Handarbeit entsteht, kosten. So viel muss der Freundeskreis aber nicht zahlen. Tischlermeister Wolfgang Brendel wird einen Großteil der 170 Arbeitsstunden nicht berechnen.

Für die Arbeiten wurde der Tisch vorübergehend in dessen Werkstatt an der Zscheilaer Straße gebracht. In mühsamer Kleinarbeit wird insbesondere der Intarsienschmuck der Tischplatte restauriert. „Die Platte, die aus Mahagoni, Eiche und Ebenholz entsteht, wird den Proportionen des Tisches angepasst, die Intarsien übernommen“, sagt Tischlermeister Brendel. Seine Firma, die er seit 1984 leitet und die sieben Mitarbeiter zählt, hat Erfahrungen mit Restaurierungen. In dem Betrieb wurden zum Beispiel schon die Eingangstüren für das Kerstinghaus und den Wendelstein gefertigt. Auch am Dinglinger Weingut in Dresden wurden Treppen und historische Türen restauriert.

Der Tisch hat seit jeher seinen Standort in der kleinen Tafelstube. Diese wurde im späten 19. Jahrhundert als königliches Speisezimmer hergerichtet. Heute dient die Kleine Tafelstube als Trauzimmer für Hochzeitsgesellschaften. Rund 20 Paare geben sich an diesem Tisch Jahr für Jahr das Eheversprechen.

Bis es wieder soweit ist, sind noch einige Arbeitsstunden nötig. Die neue Platte muss noch geschliffen und lackiert werden. Ende nächster Woche, so der Tischler, werden die Arbeiten beendet sein. König Alberts Tafeltisch kehrt dann an seine ursprüngliche Stelle in der Kleinen Tafelstube zurück.