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An Kreismusikschule drohen unbefristete Streiks

Chef Peter Hesse wehrt sich gegen Vorwürfe der Gewerkschaft. Die hingegen ist sauer auf den Kreis und droht mit Arbeitskampf.

Mehrfach haben Musikschullehrer in den vergangenen Monaten gestreikt: wie hier in Zittau, aber auch in Löbau und Niesky.
Mehrfach haben Musikschullehrer in den vergangenen Monaten gestreikt: wie hier in Zittau, aber auch in Löbau und Niesky. © Archivfoto: Rafael Sampedro

Die Gewerkschaft Verdi hat mit Unverständnis auf die Antwort des Landkreises zum Thema Tarifeinführung für die Musikschullehrer reagiert. Nachdem Verdi dem Kreis bis 1. Februar Zeit gab, auf die Forderung einzugehen, hatte der Kreis erneut abgelehnt. Landrat Bernd Lange (CDU) hatte die Gewerkschaft zum einen auf bereits anvisierte Entgelterhöhungen hingewiesen, die aber nicht nur den Musikschullehrern zugute kommen sollen. Einen Tarif lehne man ab, zudem sei der Landrat der falsche Ansprechpartner, zuständig sei der Geschäftsführer der Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft mbH (Kuweit), Peter Hesse. Letztere Aussage kritisierte nun Michael Kopp von der Gewerkschaft scharf: 2017 habe er an eben jenen Peter Hesse sein Ansinnen nach einem Tarifvertrag formuliert. Daraufhin hatte Hesse ihm schriftlich mitgeteilt, dass der Kreis als Gesellschafter hier die Weichen stellen müsse und somit der Ansprechpartner sei. Dieses Schreiben liegt Sächsische.de vor.

Deshalb fordert die Gewerkschaft nun den Landkreis "letztmalig" zur Aufnahme von Tarifverhandlungen auf, andernfalls sei man gezwungen nach einer Urabstimmung gegebenenfalls in den unbefristeten Arbeitskampf zu gehen, um das Ziel zu erreichen, formulierte Michael Kopp in einem Schreiben an den Landkreis. Bis zum Freitag hat der Kreis nun Zeit, dazu erneut Stellung zu nehmen.

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Unterdessen hatte Kuweit-Geschäftsführer Hesse seinerseits bereits einen Termin angesetzt, bei dem alle Beteiligten an einem Tisch zusammenkommen sollen. Wie er gegenüber Sächsische.de erklärte, werde es am 14. Februar eine Betriebsversammlung geben, zu der alle Mitarbeiter der Kreismusikschule sowie ein Vertreter des Landkreises und des Aufsichtsrates eingeladen sind. "Ich will den Mitarbeitern unsere Sicht der Dinge erklären", sagt Hesse. Denn, so der Kuweit-Chef, die Lage werde von der Gewerkschaft verzerrt dargestellt. So wehrt sich Hesse zum Beispiel entschieden gegen die Behauptung, die Kreismusikschule Dreiländereck zahle ihren Musiklehrern die schlechtesten Gehälter unter den Musikschulen in Sachsen. Das hatte Michael Kopp von der Gewerkschaft Verdi gegenüber Sächsische.de geäußert. "Das stimmt einfach nicht", sagt Hesse. Er wisse das, weil er lange Jahre im Vorstand des Landesverbandes der Musikschulen tätig gewesen sei und in Kontakt zu anderen Musikschulen stehe. 

Hesse betont, dass er nicht bereit sei, mit einem kleinen Teil der Belegschaft über einen Haustarif zu verhandeln. Die Gesellschaft hat aktuell insgesamt 135 Mitarbeiter. An der Musikschule arbeiten 48 davon. 39 sind Lehrer, die restlichen Kollegen in der Verwaltung tätig. Unterm Dach der Kuweit arbeiten weitere Einrichtungen wie die Löbauer Stadtbibliothek oder die Volkshochschule. 

Die Musiklehrer, die in der Gewerkschaft Verdi organisiert sind, fordern seit einigen Monaten schon höhere Gehälter. Die Gewerkschaft will einen Haustarifvertrag erstreiten, der an die Tarifverträge im öffentlichen Dienst angelehnt ist. Kuweit-Chef Hesse hatte bereits in Aussicht gestellt, dass ab Juli die Gehälter der Musiklehrer angehoben werden sollen. 

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