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An welchen Krankenheiten Sachsens Tiere leiden

Vor allem bei Rindern, Bienen und Karpfen gibt es Probleme, zeigt ein Bericht. Für eine Tierart wächst die Seuchengefahr.

Bei Rindern bereitet der Ausbruch von Salmonellose Sorgen.
Bei Rindern bereitet der Ausbruch von Salmonellose Sorgen. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa (Symbolbild)

Dresden. Nicht nur die Menschen, auch Tiere kämpfen im Freistaat mit Viren und anderen gefährlichen Erregern. Die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheit- und Veterinärwesen hat im vergangenen Jahr mehr als 1,3 Millionen tierische Proben im Labor untersucht. „Dabei mussten wir fast 1.300 anzeigepflichtige Tierseuchen in 138 Betrieben feststellen“, sagt Präsidentin Gerlinde Schneider. In 431 weiteren Betrieben seien meldepflichtige Tierkrankheiten diagnostiziert worden.

Besondere Probleme bereitete der Ausbruch von Salmonellose bei Rindern in 17 sächsischen Betrieben. Denn die Seuche, die dort bei insgesamt 795 Tieren nachgewiesen wurde, endet oft tödlich. Die Milch erkrankter Rinder darf nicht mehr verkauft werden. Ist ein Tier positiv, müssen in der Regel alle anderen getestet werden.

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Nach gehäuftem Bienensterben in den vergangenen Jahren sind 2019 im Freistaat erneut 15 Ausbrüche der Amerikanischen Faulbrut festgestellt worden. Bei insgesamt 38 Imkern wurde die Erkrankung von Bienen nachgewiesen. „Um die Verluste zu minimieren, nehmen wir bis 2022 von allen Völkern in Sachsen Proben“, so Schneider. Auch Fische blieben von Tierseuchen nicht verschont. So stellte die Landesbehörde bei 103 Karpfen in 23 Teichwirtschaften das hoch ansteckende Koi-Herpevirus fest.

Besondere Sorgen bereitet den Veterinären, dass erstmals in Sachsen nicht mehr nur bei Vögeln und Pferden, sondern auch bei Menschen West-Nil-Fiber nachgewiesen wurde. Alle drei Patienten kamen aus dem Raum Leipzig – darunter ein Tierhalter, der vorher nicht im Ausland war. Die Tropenkrankheit wird durch Stechmücken übertragen, aber auch durch Bluttransfusionen. Da die meisten Infektionen symptomlos oder grippeähnlich verlaufen, wird von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgegangen.

Keine Tollwut-Fälle registriert

Erfreulich sei, dass im vergangenen Jahr weder die Blauzungenkrankheit, noch Geflügelpest oder Tollwut bei Füchsen auftraten. Zwar waren auch alle Proben von fast 10.000 Wildschweinen und knapp 1.500 Hausschweinen auf Afrikanische Schweinepest negativ. „Doch die Bedrohung wächst, nachdem das für Schweine hochansteckende Virus erstmals bei einem Wildschwein in Westpolen kurz vor der sächsischen Grenze festgestellt wurde“, so Schneider. 

Das Virus könne auch über tierische Produkte eingeschleppt werden. Für den Menschen ist es nicht gefährlich, hat aber für Betriebe enorme wirtschaftliche Folgen, da befallene Tiere oft schnell verenden. Der Freistaat verstärkt daher seine Bemühungen zur Früherkennung. So wurde die Aufwandsentschädigung erhöht, wenn Proben von überfahrenen oder krank erlegten Schweinen eingereicht werden.

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