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Großpostwitz: Kita braucht mehr Platz

Weil der Bedarf steigt, wird der Kindergarten "Hummelburg" erweitert. Damit das klappt, gehen 50 Kinder vorzeitig in die Schule.

Die Kinder der Hummelburg in Großpostwitz haben jetzt zwar weniger Fläche zum Spielen, dafür aber viel zu schauen. Mit schwerem Gerät beginnen derzeit die Arbeiten für einen neuen Anbau.
Die Kinder der Hummelburg in Großpostwitz haben jetzt zwar weniger Fläche zum Spielen, dafür aber viel zu schauen. Mit schwerem Gerät beginnen derzeit die Arbeiten für einen neuen Anbau. © SZ/Uwe Soeder

Großpostwitz. Für die Kinder in der Großpostwitzer Kindertagesstätte Hummelburg gibt es in diesen Tagen viel zu beobachten. Denn hinter dem Bauzaun, der das Außengelände der im Spreetal gelegenen Einrichtung teilt, sind schwere Maschinen im Einsatz.

Die Hummelburg bekommt einen Anbau. Seit Baubeginn im Mai wurde die alte Feuertreppe bereits durch ein Provisorium an der anderen Gebäudeseite ersetzt. Derzeit wird der Austausch der alten Heizungsanlage vorbereitet. Statt mit Öl soll in der Hummelburg künftig mit Pellets geheizt werden. "Das Ziel ist, dass die neue Heizung bis zum Ende des Sommers funktioniert", sagt der stellvertretende Kita-Leiter Jonas Döring.

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Mindestens ebenso wichtig wie die neue Heizanlage ist für Jonas Döring aber der geplante dreistöckige Anbau. Dafür, warum die Kita mehr Platz braucht, fand er in einer Sitzung des Großpostwitzer Gemeinderates im März klare Worte: Demnach wollten allein in seiner ersten Arbeitswoche in der Hummelburg im Januar sechs Elternpaare ihre Kinder anmelden. "Und das geht immer weiter. Ich kann die alle nur vertrösten und sagen: Rufen Sie in einem Jahr wieder an!", so Döring.

Enorme Nachfrage nach Betreuungsplätzen

Denn die Hummelburg ist voll. 142 Kinder werden hier derzeit täglich betreut – 52 in der Krippe, 90 in der Kita. Der Bedarf an Betreuungsplätzen aber wächst kontinuierlich. "Der Trend geht zum Zweit- und Drittkind", sagt Jonas Döring.

Um den steigenden Bedarf in der Gemeinde an Plätzen für die Kinderbetreuung in Krippe und Kindergarten decken zu können, investiert die Arbeiterwohlfahrt Bautzen als Träger der Einrichtung und Bauherr 1,3 Millionen Euro in den neuen Anbau. Der größte Teil der Summe, 960.000 Euro, konnte als Zuschuss aus dem Förderprogramm "Vitale Dorfkerne" eingeworben werden. Den Fehlbetrag von etwa 355.000 Euro trägt die Gemeinde Großpostwitz.  

Ob es bei dieser Summe bleibt, kann Holm Natschke, stellvertretender Geschäftsführer der AWO in Bautzen, noch nicht sicher absehen: "Wenn man sich im Bestand bewegt, kann es immer wieder Überraschungen geben", sagt er im Hinblick auf das 1981 erbaute Gebäude. Signale aus dem Landratsamt, so Natschke weiter, deuten aber darauf hin, dass im Falle einer Kostensteigerung eine Nachförderung möglich sei. Bis zum Sommer 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. 

So soll die Kita Hummelburg in Großpostwitz künftig mit dem Anbau aussehen.
So soll die Kita Hummelburg in Großpostwitz künftig mit dem Anbau aussehen. © Planungsbüro Gumpert

Drei neue Gruppenräume entstehen

25 weitere Plätze für Kinder unterschiedlichen Alters soll es dann geben. Konkret beinhalten die Pläne drei neue Gruppen- und zwei neue Kreativräume. Hinzu kommen zwei Bäder, ein Behinderten-WC und zwei Garderoben.

Das Vorhaben, den Anbau während des laufenden Kita-Betriebs zu realisieren, stellte die Planer vor eine logistische Herausforderung: Die direkt an den Anbau angrenzenden Räume können für die Dauer der Arbeiten für die Kinderbetreuung nicht genutzt werden. Für 50 Kinder mussten neue Räume gefunden werden. "Die Größe dieser Gruppe ist nicht unerheblich und hat uns viel Kopfzerbrechen bereitet", erinnert sich Holm Natschke.

Die Schule bietet Ausweichräume an

Die rettende Hilfestellung kam aus der Großpostwitzer Lessingschule: Die schafft in drei Unterrichtsräumen Platz für die Kindergartenkinder. Diese ziehen nach den Sommerferien in ihr neues Domizil. "Flächenmäßig sind die drei Schulzimmer sogar etwas größer als die bestehenden Gruppenräume. Für diese Lösung sind wir sehr dankbar", sagt Holm Natschke.

Nach Abschluss der Arbeiten geht es auf dem Außengelände der Hummelburg weiter. So ist geplant, den Bereich für die Krippenkinder, der in Richtung des angrenzenden Sportplatzes liegt, aufzuwerten. "Diese Kosten sind bereits in der Kalkulation enthalten", erklärt Holm Natschke.

Im Hinblick auf die Geburtenrate in der Gemeinde formuliert Kita-Leiter Jonas Döring schon jetzt eine überzeugte Prognose zur zukünftigen Auslastung der Einrichtung: "Das Ding wird knackevoll."

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