merken
PLUS Dippoldiswalde

Andrea Dombois siegt mit knappem Vorsprung

AfD-Kandidat André Barth liegt im Wahlkreis 49 nur 98 Stimmen hinter seiner Konkurrentin. Er hofft dennoch auf den Einzug in den Landtag.

Andrea Dombois feierte ihren Wahlsieg mit Ehemann Holger und ihren Mitarbeiterinnen Ramona Müller und Vanessa Nowak an (v.l.) im Landhotel Paulsdorf.
Andrea Dombois feierte ihren Wahlsieg mit Ehemann Holger und ihren Mitarbeiterinnen Ramona Müller und Vanessa Nowak an (v.l.) im Landhotel Paulsdorf. © Egbert Kamprath

Es war ein Wahlkrimi, der sich am Sonntagabend im Wahlkreis 49 abspielte. 

Die beiden aussichtsreichsten Kandidaten, Andrea Dombois (CDU) und André Barth (AfD), mussten bis gegen 22 Uhr warten, bis klar war, wer von beiden den Wahlkreis gewonnen hat, zu dem das Ostergebirge, Bannewitz, Rabenau und Kreischa gehören. Am Ende siegte Andrea Dombois mit knappem Vorsprung von 98 Stimmen. Sie holte 11 503 Stimmen, Barth 11 405. Mit Abstand folgte Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten, der für die Freien Wähler antrat. Er holte 3 989 Stimmen.

Anzeige
Sommer, Sonne, Sonnencreme
Sommer, Sonne, Sonnencreme

Hier erfährst Du welchen Schutz und welche Pflege Deine Haut in den heißen Monaten wirklich braucht.

„Wir sind happy“, sagte Dombois in einer ersten Reaktion. Sie sei sich bewusst gewesen, dass die Wahl diesmal knapp ausgehen wird. Trotz dieser Ungewissheit lud die Paulsdorferin nach ihrem Auftritt im Sächsischen Landtag zu einer Wahlparty in das Landhotel Paulsdorf, um ihren Helfern und Unterstützern Danke zu sagen. Bevor sie das Büffet eröffnete, erinnerte sie an den anstrengenden Wahlkampf, die vielen Termine. „Ich habe versucht, jeden Ort im Wahlkreis zu besuchen“, sagte sie. 

Das war kein leichtes Unterfangen. Denn nach ihren Informationen sei ihr Wahlkreis der flächenmäßig größte im Freistaat. „Ich habe viele Gesprächsangebote unterbreitet, nicht alle wurden gut besucht.“ Den Wählern wolle sie aber keinen Vorwurf machen. Gut besucht waren die Veranstaltungen, bei denen es um den Anschluss der sogenannten Brunnendörfer ans Trinkwassernetz ging. In den letzten Jahren konnte sie viele Probleme im Stillen lösen, ohne die breite Öffentlichkeit. Meist sei das im Sinne der Bürger gewesen. Allerdings hätten andere so von ihren Aktivitäten nichts erfahren. Vielleicht sei das ja ein Fehler gewesen.

© SZ-Grafik

In den kommenden fünf Jahren will sie nun offensiver das Gespräch mit den Bürgern suchen. Mit dieser Strategie will sie schneller auf Probleme reagieren.

André Barth gratulierte der Wahlgewinnerin via Telefon. Er geht davon aus, dass er über die Landesliste den Einzug in den Landtag schafft. Dort will er in den nächsten fünf Jahren dafür sorgen, dass das der letzte Wahlsieg der CDU im Wahlkreis 49 war. Den Wahlabend ging er komplett anders an als Dombois. Er wählte spät, besuchte dann die Wahllokale in Dippoldiswalde, schaute bei der Stimmauszählung zu. Im Dippser Rathaus verfolgte er den Eingang der Ergebnisse.

Als 19.50 Uhr fast alle Wahllokale in Dipps die Stimmenverteilung gemeldet hatten, lag seine Mitbewerberin mit 140 Stimmen in der Großen Kreisstadt vorn. Geschlagen geben wollte sich Barth, der unbedingt den Wahlbezirk gewinnen wollte, nicht. Er hoffte auf die Erzgebirgsstädte und -gemeinden, in denen er bei der Kreistagswahl gut abgeschnitten hatte. Übers Handy sandten ihm Parteifreunde die Wahlergebnisse aus anderen Wahllokalen zu. Auch das brachte ihm nicht die Gewissheit, die er sich erhoffte. 20 Uhr stellte er fest: „Ich bin genau so schlau wie um 18 Uhr.“

Weiterführende Artikel

Zum Nachlesen: Wahlticker Pirna/Freital

Zum Nachlesen: Wahlticker Pirna/Freital

Geteilter Landkreis nach der Landtagswahl: Wöller und Dombois (CDU) weiterhin im Landtag, für die AfD ziehen Teichmann und Zwerg ein. 

Zwerg jagt Wehner das Direktmandat ab

Zwerg jagt Wehner das Direktmandat ab

Nach zehn Jahren muss der CDU-Landtagsabgeordnete seinen Platz räumen. Der verlor sogar in seiner Heimatgemeinde.

Doch darauf war Barth, der keine Wahlparty geplant hatte, eingestellt. Einige Wochen vor der Wahl lag er in den Umfragen auf der Wahlkreisebene vorn. Doch dann holte seine Mitbewerberin auf. Trotz der Zitterpartie zeigte er sich mit seinem Wahlkampf zufrieden. Der Höhepunkt war der gemeinsame Auftritt mit der Bundestagsabgeordneten Beatrix von Storch gewesen, zu dem er 130 Gäste begrüßen konnte.

Den Wahlabend wollte Bath, der derzeit Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Partei ist, bei der zentralen Wahlparty der AfD in Dresden ausklingen lassen.

Mehr zum Thema Dippoldiswalde