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Ex-Görlitzerin kehrt mit Musik zurück

Anne Teschner war als Sängerin von Bands wie Anne X und Flow bekannt. Jetzt heißt sie Anne Munka. Am Sonnabend stellt sie eine ganz neue Idee vor.

Anne Teschner heißt heute Anne Munka. Am Sonnabend greift sie in der neuen Open-Air-Bar der Obermühle zur Gitarre.
Anne Teschner heißt heute Anne Munka. Am Sonnabend greift sie in der neuen Open-Air-Bar der Obermühle zur Gitarre. © Foto: Kulturwerkstatt KAOS

Endlich wieder kleine Konzerte! Anne Munka ist froh, dass die Corona-Regulierungen wenigstens teilweise zurückgefahren sind. Als freiberufliche Musikerin lebt sie schließlich davon, vor Publikum zu spielen. Mit ihrer neuen Duo-Konzertreihe will sie das künftig auch in Görlitz tun, das erste Mal schon an diesem Sonnabend.

2009 war die damals 26-jährige Anne Teschner die neue Gesangslehrerin im Jazz/Rock/Pop-Bereich an der Görlitzer Musikschule Johann Adam Hiller am Fischmarkt. Damals entstand dieses Foto.
2009 war die damals 26-jährige Anne Teschner die neue Gesangslehrerin im Jazz/Rock/Pop-Bereich an der Görlitzer Musikschule Johann Adam Hiller am Fischmarkt. Damals entstand dieses Foto. ©  Archivfoto: Nikolai Schmidt

Ihr musikalisches Rüstzeug erhielt Anne Munka – damals Anne Teschner – in ihrer Görlitzer Heimat. Mit sechs Jahren hatte sie an der Musikschule am Fischmarkt ihre erste Gitarrenstunde. Es folgten sieben Jahre klassische Gitarre und fünf Jahre E-Gitarre. Parallel nahm sie sechs Jahre lang Gesangsunterricht und war Frontfrau der mittlerweile legendären Rockbands „Anne X“ und „Flow“. Nach dem Abitur 2001 ging sie nach Dresden, pendelte aber von 2009 bis 2013 noch einmal nach Görlitz, um als Gesangslehrerin an der Musikschule am Fischmarkt zu arbeiten. Seither hatte sie in Görlitz musikalisch nichts mehr zu tun.

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Anne Munka lebt heute in Leipzig

Inzwischen ist sie 37 und lebt mit ihrem Freund und ihren zwei Kindern im Alter von einem und drei Jahren in Leipzig. Als Sängerin, Komponistin und Klangkünstlerin beschäftigt sie sich intensiv mit den Kontaktpunkten von Sprache und Musik im Allgemeinen und mit zeitgenössischen Stimmtechniken, Lyrik der jüngsten Moderne und Lautpoesie im Besonderen. „Zudem gebe ich in meinem Arbeitsraum Privatunterricht für Gesang und Gitarre und national und international Workshops zu verschiedenen Themen wie Stimmtraining, Sprecherziehung, Chorcoaching und Gedichtvertonung – das könnte man als Brotjob bezeichnen“, berichtet sie.

Zwei Liedermacher erarbeiten ein Programm

Jetzt hat Anne Munka ein ganz neues Veranstaltungsformat entwickelt. Bei der Duo-Konzertreihe „No Splendor“ erarbeiten zwei Liedermacher, die vorher noch nicht zusammen gespielt und geschrieben haben, ein gemeinsames Programm. Oder anders gesagt: Zwei Liedermacher treffen sich, um ihre Songs gegenseitig zu interpretieren, als Duo-Versionen umzuarrangieren und um gemeinsam neue Lieder zu schreiben. Das Ergebnis präsentieren sie in drei Konzerten in stimmungsvoller Atmosphäre an drei aufeinanderfolgenden Abenden – jeweils eines in Görlitz, Dresden und Leipzig. Das sind die Städte, in denen Anne Munka bisher gelebt hat. Während des Konzertes tauschen sich die Musiker über Arbeits- und Schreibprozesse aus und auch das Publikum kann Fragen stellen, Kommentare abgeben und Wünsche äußern.

Einer der beiden Künstler ist immer Anne Munka, der zweite variiert. Das Ganze soll ungefähr vierteljährlich zu erleben sein. Die erste Ausgabe findet am Sonnabend, ab 19.30 Uhr, in der neuen Open-Air-Bar der Görlitzer Obermühle auf der Neißeinsel statt, außerdem am Freitag in Dresden sowie am Sonntag in Leipzig. „Wir wollten in Görlitz eigentlich im Buchladen Art Goreliz spielen, aber da dürfen derzeit nur vier Menschen rein und so sind wir nun glücklicherweise in der Obermühle untergekommen“, sagt Anne Munka. Dort fand in den beiden Vorjahren das Watermill-Festival statt, aber aufgrund der Corona-Situation muss es dieses Jahr ausfallen.

Vorlaufzeit von zwei Monaten

Am Sonnabend mit dabei ist die Saxofonistin, Klarinettistin, Sängerin und Songschreiberin Wencke Wollny von der Band Karl die Große. „Wir haben musikalische Ideen und Liedtexte ausgetauscht und proben natürlich im Vorfeld“, sagt Anne Munka. Vorlaufzeit vom ersten Treffen bis zu den Konzerten sind etwa zwei Monate. „Ich kenne das Konzertkonzept Erstbegegnung eher aus dem Jazz, wo man dann miteinander ein Konzert ohne Proben improvisiert“, sagt Anne Munka. Eine öffentliche Singer-Songwriter-Werkstatt, die in einer Konzertreihe präsentiert wird, sei ihr hingegen noch nicht untergekommen. Insofern ist „No Splendor“ tatsächlich etwas ganz Neues. Im Oktober will Anne Munka mit Jonas Wolter ebenfalls in der Obermühle auftreten, im Dezember mit Jan Frisch im Kühlhaus. „In Zukunft wäre ein fester Ort gut, aber wir müssen nun erst einmal dieses Jahr mit seinen ungewöhnlichen Umständen hinter uns bringen“, sagt sie.

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