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Weißwasser

Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs

Im Verfahren gegen einen ehemaligen Weißwasseraner kommt es zu einem Deal. Das Urteil steht damit schnell fest.

© Symbolbild: dpa

Zu Beginn des Verfahrens gegen einen 39-jährigen ehemaligen Weißwasseraner, der die Tochter seiner Ex-Lebensgefährtin vor Jahren sexuell missbraucht haben soll, stand am ersten Verhandlungstag am Dienstag noch die Frage im Raum, ob der Mann ein pädophiler Straftäter ist oder ob er vielleicht falsch beschuldigt wurde. Seit heute Vormittag herrscht Klarheit.

Wie sich schon am Tag zuvor angedeutet hatte, haben sich Ankläger und Verteidiger inklusive des Angeklagten verständigt: Geständnis gegen eine vorher definierte Strafzumessung. Das Gericht unter Vorsitz folgte dem ausgehandelten Vorschlag, der eine Freiheitsstrafe zwischen 3 Jahren und neun Monaten und vier Jahren und drei Monaten vorsieht.

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Entsprechend der Vereinbarung ließ der Angeklagte daraufhin von seinem Verteidiger eine Erklärung verlesen, in der er die ersten drei vorgeworfenen sexuellen Missbräuche in der gemeinsamen Wohnung mit Lebensgefährtin gestand, vor allem aber auch jene vier schweren sexuellen Missbräuche nach seinem Auszug in seiner Weißwasseraner Wohnung – die mit dem Eindringen (oder dem Versuch des Eindringens) in den Körper des Mädchens verbunden waren – zwei davon mit Samenerguss in den Mund des Mädchens. Die Verfolgung der acht verbleibenden Straftaten wurde vorläufig eingestellt, weil sie bei der Strafzumessung eh eine untergeordnete Rolle spielen würden.

Dem Opfer dieser Handlungen, der inzwischen 19-jährigen jungen Frau, wurde durch diese Vorgehensweise die Aussage vor Gericht erspart. Damit sich insbesondere die Schöffen (kennen die Akten nicht) ein Bild machen können, wurden ihre Aussagen über die psychiatrische Gutachterin eingeführt. Die hatte ausführlich mit der jungen Frau  gesprochen und sollte die Glaubwürdigkeit ihrer Aussagen einschätzen. Dafür wurde allerdings, zum Schutz der Intimsphäre der jungen Frau, die Öffentlichkeit ausgeschlossen. 

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Am Nachmittag kam es dann bereits zum Urteil. Die Kammer unter Vorsitz von Theo Dahm verurteilte den Angeklagten zu vier Jahren Freiheitsentzug. Dahm betonte, dass ohne dem Geständnis, das der jungen Frau die Tortur einer erneuten peinlichen Befragung erspart hatte, die Strafe wohl deutlich höher ausgefallen wäre. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, es ist aber unwahrscheinlich, dass nach der Verständigung eine Seite Revision einlegt.

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