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Angeklagter kämpft um Fahrerlaubnis

Mit Alkohol im Blut hat ein Autofahrer ein Pferd touchiert. Den Führerschein hat er wieder.

Von Rolf Hill

Gegen die Entscheidung, drei Monate seinen Führerschein zu verlieren, hat ein Mann jetzt Widerspruch eingelegt. Damit kam sein Fall vor die Löbauer Außenstelle des Amtsgerichtes Zittau. Passiert war zum Jahresende 2013 Folgendes: Mit 0,43 Promille im Blut war der 50-jährige Lawalder mit seinem Pkw unterwegs. Gegen 13 Uhr kam er auf der Bergstraße in Kleindehsa – wohl wegen unangepasster Geschwindigkeit – in einer Linkskurve von der Fahrbahn ab und streifte ein entgegenkommendes Reitpferd. Das verschreckte Tier geriet auf eine Böschung und warf dabei seine Reiterin ab, die auf den Bürgersteig stürzte. Dabei erlitt sie eine doppelte Fraktur am kleinen Finger und eine starke Prellung der Hüfte. Das Reitpferd selbst, dessen Wert sich auf etwa 5 000 Euro beläuft, blieb völlig unverletzt. Wegen des Alkoholgenusses wurde der Führerschein des Mannes vorläufig eingezogen. Nach Abschluss der Ermittlungen stellte ihm das Gericht am 2. Mai einen Strafbefehl über eine Geldstrafe von 1 250 Euro sowie einen Entzug der Fahrerlaubnis für die Dauer von drei Monaten zu. Gegen diese Entscheidung legte der Mann nun Einspruch ein. Dabei ging es ihm aber nur um den Führerscheinentzug.

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So kam es nun zur Hauptverhandlung. Noch einmal schilderte die Geschädigte den Unfallhergang aus ihrer Sicht. Sie hatte den Pkw rechtzeitig bemerkt, ritt aber schon so weit am rechten Fahrbahnrand, dass sie nicht mehr ausweichen konnte. Das Pferd sei an Autos und normalen Verkehrslärm gewöhnt, betonte sie. Erst durch die Berührung mit dem Pkw war es durchgegangen. Für den Angeklagten zählte, dass er bisher weder straf- noch verkehrsrechtlich aufgefallen war. Gegen ihn sprach der Alkohol. Selbst in dieser geringen Menge sei es möglich, dass dies die Ursache für die verminderte Reaktionsfähigkeit war. Hinzu komme die Körperverletzung und die Gefährdung des hochwertigen Tieres, sagte der Staatsanwalt. Mit Blick auf die Einkünfte des Angeklagten stellte er den Antrag, die Geldstrafe auf 2 000 Euro zu erhöhen und den angedrohten Entzug der Fahrerlaubnis für drei Monate aufrechtzuerhalten. Anders sah es der Verteidiger. Er ging davon aus, dass die ursprüngliche Höhe der Geldstrafe angemessen sei, plädierte dafür, anstatt des Führerscheinentzugs ein dreimonatiges Fahrverbot zu verhängen. Das wäre dann durch den vorläufigen Entzug bereits abgegolten. Das Gericht entschied sich letztlich für eine Geldstrafe in Höhe von 1 750 Euro und ein Fahrverbot von drei Monaten. Es handele sich hier um einen Grenzfall, sagte Richter Holger Maaß.