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Döbelner Kaufland-Schläger erhält Geldstrafe

In Anbetracht der Vorstrafen des 46-Jährigen hat der Staatsanwalt eine Haftstrafe gefordert. Der Verteidiger fordert dagegen, von einer Bestrafung abzusehen.

Ein Polizeiwagen vorm Amtsgericht Döbeln.
Ein Polizeiwagen vorm Amtsgericht Döbeln. © Dietmar Thomas/Symbolbild

Döbeln. Weil ein wichtiger Zeuge nicht zur Verfügung stand, ist die Verhandlung gegen einen 46-jährigen Döbelner wegen Körperverletzung unterbrochen worden. Ihm wird vorgeworfen, im August vergangenen Jahres bei Kaufland in Döbeln seine Verlobte geschlagen zu haben.

Eine Frau und ein Mann, die den Vorfall beobachtet haben, schritten ein. Während sich die Zeugin um die Verlobte kümmerte, fragte der Mann den Angeklagten, was das soll. Der habe den Zeugen mit einer Bierflasche bedroht, woraufhin der Zeuge den Angeklagten überwältigt und am Boden festgehalten habe. Wenig später kam ein Mann vom Sicherheitsdienst und hielt den Angeklagten fest, bis die Polizei eintraf.

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Der Zeuge, der den Angeklagten zu Fall gebracht hat, kann nun aussagen. Er habe beobachtet, dass es Streit zwischen dem Angeklagten und seiner Freundin gab und dass er sie mit der Hand ins Gesicht geschlagen habe. „Ich wollte den Mann beruhigen. Es war nicht meine Absicht, eine Rangelei anzufangen“, betont der 27-Jährige. 

Als der Angeklagte jedoch zu einer Bierflasche griff, brachte der Zeuge ihn zu Fall. „Die Bewegung war eindeutig, er wollte mich mit der Flasche am Kopf treffen“, sagt der Zeuge.

19 Einträge im Bundeszentralregister

Nachdem er den Angeklagten weggestoßen und dabei selbst zu Fall gekommen sei, habe ein Mann vom Sicherheitsdienst eingegriffen und den Angeklagten festgehalten. Am Boden liegend habe dieser Drohungen ausgestoßen. Von „Schädel einschlagen“ und „Anzünden“ sei die Rede gewesen. Martin Göddenhenrich, der Verteidiger des Angeklagten, fragte nach: „Hatten Sie das Gefühl, dass er sie umbringen wollte?“ - „Das kann ich nicht beurteilen“, so die Antwort des Zeugen.

Der Auszug aus dem Bundeszentralregister ist lang. 19 Einträge stehen für den Angeklagten zu Buche – unter anderem Fahren ohne Führerschein, Diebstahl, gefährliche Körperverletzung, Beleidigung, Nötigung. Für Staatsanwalt Thomas Reglitz kommt eine Geldstrafe nicht in Betracht. 

Er fordert eine zweimonatige Haftstrafe wegen Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung. „Der Angeklagte ist erst ein halbes Jahr zuvor aus der Haft entlassen worden. Er hat sich gegen Strafen eher unempfindlich gezeigt“, begründet der Staatsanwalt.

Verteidiger Martin Göddenhenrich sieht das anders. Für ihn bleibt nur der Schlag ins Gesicht der Freundin als relevanter Tatbestand übrig. Da sich der Angeklagte und seine Verlobte ausgesprochen haben, hält es der Verteidiger für richtig, von einer Strafe abzusehen. 

Richterin Nancy Weiß verhängt eine Geldstrafe über 90 Tagessätze zu 14 Euro. „Unter der noch laufenden Bewährung kam ein Freispruch nicht infrage“, sagt die Richterin. Außerdem muss der Angeklagte die Kosten des Verfahrens tragen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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