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Angeklagter kommt straffrei davon

Sein Geständnis und die Wiedergutmachung seiner Tat stimmen das Gericht milde.

Von Jürgen Zacharias

Marco R.* (28) muss sich wegen Computerbetrugs vor Gericht verantworten. Was schwierig klingt, ist eine einfache Geschichte. Marco R. hatte eine Lebensgefährtin, mit der er zusammenlebte. Als die sich für ein paar Tage in den Urlaub verabschiedete, griff sich Marco die Geldkarte seiner Lebensgefährtin samt daneben liegender Pin-Nummer, besuchte eine Spielothek, steckte die Geldkarte in den Automaten und buchte mehrfach Spieleinsätze ab. Das tat er binnen dreier aufeinanderfolgender Tage. Und er besorgte sich auch Bargeld am Geldautomaten der Sparkasse.

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Als seine Freundin aus dem Urlaub zurück war und ihren Kontostand prüfte, staunte sie und wandte sich an die Polizei. Auf den Überwachungsvideos erkannte sie ihren Lebensgefährten. Sie stellte ihn zur Rede. „Er hat sich sehr geschämt“, beschrieb sie seine Reaktionen darauf. Marco R. bestätigte den Tatvorwurf der Staatsanwaltschaft vor Gericht. Er habe finanzielle Probleme gehabt, aber den Schaden bereits ausgeglichen und das unrechtmäßig erworbene Geld zurückgezahlt.

Staatsanwalt und Richter einigten sich schließlich auf die Einstellung des Verfahrens. Für Marco R. durchaus günstig: Denn 2011 verurteilte ihn das Amtsgericht Zittau zu zwei Jahren Haft, ausgesetzt auf vier Jahre Bewährung wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und auch 2013 wurde er in gleicher Sache verurteilt. Gegen dieses Urteil ging Marco R. aber in Berufung. Nun bleiben ihm weitere Folgen erspart. *Name von der Redaktion geändert