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Angekommen im Reich der Mitte

Am 20. März sind Tobias Heber und Georg Walther zur Tour ihres Lebens gestartet – auf dem Fahrrad.

Georg Walther (re.) aus Schmiedeberg und Tobias Heber aus Ruppendorf haben die kirgisisch-chinesische Grenze passiert. Auf chinesischer Seite geht es zunächst nur im Taxi weiter.
Georg Walther (re.) aus Schmiedeberg und Tobias Heber aus Ruppendorf haben die kirgisisch-chinesische Grenze passiert. Auf chinesischer Seite geht es zunächst nur im Taxi weiter. © privat

Vor mehr als vier Monaten sind Georg Walther aus Schmiedeberg und Tobias Heber aus Ruppendorf aufgebrochen, um sich einen Traum zu erfüllen: Mit dem Fahrrad nach Südchina, nach Guangzhou. In sieben Monaten wollen sie rund 16.000 Kilometer zurücklegen, aufgebrochen sind die Hobby-Radfahrer am 20. März in Dresden.

Knapp 10.000 gefahrene Kilometer liegen mittlerweile hinter ihnen. Vor wenigen Tagen haben Georg und Tobias ein weiteres Etappenziel erreicht und die kirgisisch-chinesische Grenze passiert. „Dazu muss man wissen, dass bei der Einreise von Kirgistan nach China die ersten 140 Kilometer in China nicht individuell gefahren werden dürfen. Man reist über Irkeshtam nach China ein, muss dann bis Uluquat durch das Grenzgebiet ein Taxi nehmen und bekommt dann in Uluquat bei einer zweiten Grenzkontrolle erst seinen Einreisestempel“, schreiben Tobias Heber und Georg Walther der SZ. Bis zu ihrem Ziel liegen nun noch mehrere tausend Kilometer vor ihnen. Da aber nur noch etwas mehr als zwei Monate Zeit sind, bis die Flüge gen Heimat starten, geht es nun ein Stück mit dem Zug weiter, bevor es zurück auf den Sattel geht. Sitzfleisch haben beide noch, auch die Stimmung sei super. „Wir freuen uns jetzt sehr auf die chinesische Kultur, ganz andere Landschaften und tolles Essen.“

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Der Taldyk-Pass im südlichen Kirgistan ist mit 3 615 Metern der zweithöchste Pass, den Tobias Heber (rechts) und Georg Walther auf ihrer Tour überqueren müssen.
Der Taldyk-Pass im südlichen Kirgistan ist mit 3 615 Metern der zweithöchste Pass, den Tobias Heber (rechts) und Georg Walther auf ihrer Tour überqueren müssen. © privat

Auf ihrer Tour – via Prag, Wien, über den Balkan nach Istanbul, weiter über Iran, Turkmenistan, Usbekistan und Kirgistan – beeindruckte Kirgistan die beiden Hobby-Radler landschaftlich bisher am meisten: „Das Land hat uns bis zum letzten Tag mit seiner landschaftlichen Schönheit begeistert. Durch die Himmelsberge, den Tian-Shan bis zu den nördlichsten Himalaya-Ausläufern, dem Trans-Alai, verbrachten wir viel Zeit in der Natur, hatten traumhafte Zeltplätze und tolle Aussichten.“ Die vielen Bergpässe seien genau nach ihrem Geschmack gewesen.

Aber nicht nur landschaftlich, auch zwischenmenschlich haben Tobias und Georg viel Schönes erlebt. Vor allem die Gastfreundschaft der Iraner hat es ihnen angetan. „Den ersten Abend wurden wir bereits von der Straße weg zu einer Familie nach Hause eingeladen und mit landestypischem Essen versorgt.“ Die Menschen seien die freundlichsten und großzügigsten gewesen, die sie bisher getroffen haben. „Kaum ein Tag verging, an dem wir nicht eingeladen wurden.“ Kulinarisch gesehen sei neben dem Iran auch noch die Türkei ein absoluter Höhepunkt gewesen – obwohl sie dort auch die ersten 14 Tage des Fastenmonats Ramadan erlebten, in dem gläubige Muslime von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nichts zu sich nehmen. „Das hieß für uns, sich ein bisschen zum Essen zu verstecken, und Restaurants waren leider auch raus, da diese erst mit dem Fastenbrechen zu Sonnenuntergang wieder öffneten.“ Da sie zu der Zeit meistens aber schon irgendwo in der Natur nach einer Zeltmöglichkeit suchten, seien die Ausflüge in die türkische Küche gegen Ende ihrer Landesdurchquerung eher seltener geworden. Aber nichtsdestotrotz: „Türkisches Essen ist einfach der Hammer.“

Das Foto wurde im Iran aufgenommen, „wo wir zu einer Geburtstagsfeier zufällig dazu kamen und direkt eingeladen wurden“, schreiben Tobias Heber (links) und Georg Walther (rechts).
Das Foto wurde im Iran aufgenommen, „wo wir zu einer Geburtstagsfeier zufällig dazu kamen und direkt eingeladen wurden“, schreiben Tobias Heber (links) und Georg Walther (rechts). © privat

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Auf circa 3 200 Metern Höhe geht es in Richtung der Gebirgskette des Trans-Alai, die zum Pamir, einem Hochgebirge in Zentralasien, gehört. „Die Berge vor uns sind zwischen 6 000 und 7 000 Meter hoch.“
Auf circa 3 200 Metern Höhe geht es in Richtung der Gebirgskette des Trans-Alai, die zum Pamir, einem Hochgebirge in Zentralasien, gehört. „Die Berge vor uns sind zwischen 6 000 und 7 000 Meter hoch.“ © privat

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