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Angestellte wird nach 23 Jahren Unternehmerin

Claudia Arlt hat lange überlegt, ob sie den Laden für Kinderbekleidung weiterführt. Ihr Optimismus hat gesiegt.

© SZ Thomas Eichler

Von Mario Heinke

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Seit 1992 arbeitet Claudia Arlt als Fachverkäuferin im Kinderbekleidungsfachgeschäft „Bambini bis Teenie“. Sie hat das Geschäft in der Reichenberger Straße zum Monatswechsel von ihrem Vorgänger übernommen. Aus der Angestellten wird eine Unternehmerin. „Ich kann mir nichts anderes mehr vorstellen“, sagt die 42-Jährige, die selber einen neunjährigen Sohn hat.

Bagatella zieht um Silke Jungmichel räumt ihren Laden für Schmuck und modische Accessoires und zieht von der Inneren Weberstraße 22 in die Hausnummer 3 (vormals Funk Herrenausstatter). Am 16. Februar eröffnet das neue „Bagatella“.Fotos: Thomas Eichler (2) © SZ Thomas Eichler
Von der Angestellten zur Chefin: Claudia Arlt übernimmt den Kindermodenladen in der Reichenberger Straße in Zittau. Foto: Matthias Weber

Bis 2012 führte Roswitha Ludwig das Fachgeschäft, das mehrmals umgezogen war. Dem ersten Laden in der Inneren Weberstraße folgte der Standort am Rathaus platz, bis Frau Ludwig vor acht Jahren den rund 100 Quadratmeter großen Laden in der Reichenberger Straße fand. Weil die heut 70-Jährige das Geschäft nicht einfach schließen und ihre langjährige Angestellte in die Arbeitslosigkeit schicken wollte, übertrug sie den Laden zunächst auf ihren in Dresden lebenden Sohn, der seither der Form halber als Inhaber fungierte. Diese Zwischenlösung verschaffte Frau Arlt etwas Zeit, um darüber nachzudenken, ob sie das Geschäft übernehmen will. Die Treue der Stammkunden, Neukunden, Urlauber und die positive Entwicklung des Geschäfts in den vergangenen Jahren haben die optimistische Frau letztendlich überzeugt, dass es für sie in der Reichenberger Straße eine Perspektive gibt.

„Wir können ja hier nicht alle dichtmachen“, sagt die in Leutersdorf lebende Zittauerin. Die Lage in der Reichenberger sei nicht schlecht. Kunden, die mit dem Auto kommen, lassen sich direkt vor dem Laden absetzen oder parken einige Meter weiter in der Straße. Was das Sortiment anbetrifft, gibt es in der Stadt kaum noch Konkurrenz, abgesehen von Märkten, die vorwiegend das untere Preissegment bedienen. Mit Kinderbekleidung in den Größen 68 bis 176 von ausgesuchten Markenherstellern hält Frau Arlt dagegen. Wenn Großeltern Kindersachen für ihre Enkel kaufen, dürfen die auch mal einen Euro mehr kosten, so die Erfahrung. Für Kunden ist der Standort überaus praktisch: Nur wenige Meter entfernt befinden sich zwei Geschäfte mit Spielwaren, ein Kinderwagenfachgeschäft und ein Schreibwarenladen mit Schulsachen. Die Reichenberger ist somit Zittaus Straße der Kinder. Das jahrelange Hin und Her um das geplante Fachmarktzentrum in der Albertstraße habe sie verfolgt, bei der Entscheidung in die Selbstständigkeit zu gehen, habe es jedoch keine Rolle gespielt, sagt die Existenzgründerin. Die in diesem Jahr in der Reichenberger Straße geplanten Tiefbauarbeiten werden den Umsatz einige Monate nach unten drücken. „Das stehe ich schon durch“, sagt Claudia Arlt fest entschlossen und lächelt.

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