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Ankommen in der Freude

Thilo Gunter Bechstein stellte im Antiquariat Alt-Papier sein neuestes Buch vor. Er arbeitet darin seine Krebserkrankung auf.

Von Wilrun Wagner

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Zwischen gut gefüllten Bücheregalen hatten etwa fünfzehn Gäste der Autorenlesung von Thilo Gunter Bechstein Platz genommen. „Mein neues Buch sehe ich als Dialog meiner Seele und mir“, sagte Bechstein. Dazu habe er eine Dame aus der Gemeinschaft, in der er jetzt lebe, mitgebracht. Gertrud Glass wohnt mit im Schloss Jahnishausen bei Riesa, dem neuen Lebendmittelpunkt des Döbelners Bechstein. „Sie wird die Seele mit mir im Dialog lesen“, fügte er hinzu. Dadurch erlebten die Gäste nicht nur eine trockene Lesung, sondern einen sprachlich sehr gut geführtes Zwiegespräch.

Begonnen habe er mit dem Buch 2012, während der Reha nach der Operation. Als er fertig war, habe er es unter das Motto „Mein spiritueller Weg zur Heilung von Prostatakrebs“ gestellt. Keine Krankheit entwickelt sich nach Meinung von Bechstein zufällig. „Da ich keine Antwort auf das Problem meiner Erkrankung fand, wandte ich mich an meine Seele“ so Bechstein. Auf der Suche nach den Ursachen ging er bis in seine früheste Kindheit zurück. Ungeliebt von Vater und Mutter habe ihm als Junge die menschliche Wärme der Eltern gefehlt. Diese wirkte sich über die Entdeckung der kindlichen Sexualität und ihre Unterdrückung durch die Eltern in seinem weiteren Leben aus. Die von der Mutter nicht erhaltene Liebe habe seine Beziehungen zu Frauen bestimmt. Dies sei ihm erst viel später bewusst geworden.

Für ihn gab es während der Reha nach der Operation sehr viel Zeit zum Nachdenken. „Ich meine, mit der schriftlichen Aufarbeitung meiner Erlebnisse, die mir Kraft und Glauben gaben, habe ich den richtigen Weg gefunden, mit der Krankheit umzugehen und weiter glücklich zu leben“, so Bechstein.

„Oft wurde mir die Frage gestellt, was ich mit dem Buch erreichen will. Es ist ein Angebot für meine Leser die von mir aufgedeckten Zusammenhänge zu verallgemeinern und auf ihr eigenes Leben zu beziehen“, sagte Bechstein. Und wie sieht Bechstein sein Leben heute: „Der Schmerz ist noch da, aber man muss nicht mehr zwangsmäßig darauf reagieren, und darüber bin ich froh“.

Mit der ersten Lesung am neuen Standort seines Antiquariats möchte André Wagler an frühere Veranstaltungen anknüpfen. Als Nächstes gibt es einen Lichtbildervortrag am 19. Februar. Ab 19 Uhr wird Dr. Karl Melzer aus Gärtitz über Kulturgeschichte und Impressionen aus Syrien berichten.

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