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Annaberger wollen Papierfabrik retten

Ein Unternehmen aus dem Erzgebirge übernimmt vorerst den Vertrieb der Kriebsteiner Firma. Die Verhandlungen sind aber noch nicht beendet.

Die Zukunft der Kübler & Niethammer Papierfabrik Kriebstein ist vorerst gesichert. Ein Unternehmen aus Annaberg-Buchholz übernimmt den Vertrieb und stellt die benötigten Rohstoffe zur Verfügung.
Die Zukunft der Kübler & Niethammer Papierfabrik Kriebstein ist vorerst gesichert. Ein Unternehmen aus Annaberg-Buchholz übernimmt den Vertrieb und stellt die benötigten Rohstoffe zur Verfügung. © Dietmar Thomas/Archiv

Kriebstein. Die Fortführung der Produktion und die Bezahlung der Löhne für die rund 150 Mitarbeiter der Kübler & Niethammer Papierfabrik in Kriebstein ist sichergestellt.

Die Schönfelder-Gruppe aus Annaberg-Buchholz übernimmt den Vertrieb der im Markt etablierten Produkte und stellt die für die Produktion benötigten Rohstoffe zur Verfügung. „Mit dieser sehr schnellen unternehmerischen Entscheidung der Familie Cordier kann der Betrieb in Kriebstein weiterlaufen“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Hubert Ampferl. 

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Felix Cordier, Geschäftsführer der Schönfelder Papierfabrik, unterstreicht: „Beide Unternehmen ergänzen sich ideal. Wir stellen unsere Produkte aus 100 Prozent Altpapier her und führen nicht nur eine Diskussion über Nachhaltigkeit, sondern leisten hierfür tatsächlich unseren Beitrag.“

In den nächsten Wochen werden beide Seiten über einen endgültigen Kauf der Papierfabrik in Kriebstein verhandeln. Die Umsetzung ist aufgrund von energierechtlichen Schwierigkeiten komplex und konnte daher in den wenigen Tagen seit Insolvenzantragstellung noch nicht umgesetzt werden.

Die Kübler & Niethammer Papierfabrik Kriebstein AG hatte am 17. Januar Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen müssen. Nach der letzten Insolvenz in den Jahren 2017/2018 hat das Unternehmen den Wechsel weg vom LWC-Papier hin zu Sorten mit guten Margen eingeleitet und sich als einziger Anbieter für nass- und laugenfeste Etikettenpapiere aus 100 Prozent Altpapier etabliert. Namhafte Getränkehersteller drucken ihre Etiketten auf Papier mit dem Blauen Engel aus Kriebstein.

Die Kübler & Niethammer AG, die auch ein Kraftwerk betreibt, war im September 2019 durch die Insolvenz ihres Gaslieferanten stark betroffen. Der Schaden betrug etwa eine Million Euro. Nachdem nahezu alle Lieferanten der Kübler & Niethammer AG für Rohstoffe, insbesondere Altpapier, Vorkasse verlangen, Kunden allerdings meist mit langen Zahlungszielen bezahlen, fehlte zuletzt die Liquidität, um die Produktion aufrecht zu erhalten.

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Die besondere Herausforderung bei der Fortführung der Papierfabrik Kübler & Niethammer bestand darin, dass die Mitarbeiter diesmal kein Insolvenzgeld erhalten. Aus eigener Kraft hätten die notwendigen Mittel zur Aufrechterhaltung des Betriebes nicht zur Verfügung gestanden. Vor diesem Hintergrund haben die Geschäftsführung und der vorläufige Insolvenzverwalter seit Insolvenzantragstellung mit möglichen Investoren verhandelt.

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