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Annäherung im Streit um „Stolpen 800“

Das Jubiläumsjahr wird überschattet von einem Disput über den Slogan. Jetzt redet man zumindest miteinander.

© Steffen Unger

Von Anja Weber

Stolpen. Im Falle des Historiker-Streites um die Werbung zum bevorstehenden Jubiläum Stolpen 800 habe man einen Teilerfolg erzielt. Zumindest seien die Menschen nun darüber aufgeklärt worden, dass es überhaupt ein solch strittiges Thema gebe. Das sagt Werner Förster.

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Der Stolpener ist einer der Initiatoren einer Historiker-Petition. Deren Unterzeichner wehren sich gegen eine aus ihrer Sicht Verfälschung der Stadtgeschichte bei der Werbung um Stolpen 800. Diese sei irreführend, da lediglich die Burg auf so ein Jubiläum zurückblicken kann, nicht aber die Stadt. Die ist vermutlich erst 515 Jahre alt. Die Historiker stößt sauer auf, dass im Zusammenhang mit Stolpen 800 auch für ein Stadtjubiläum geworben wird. Schon seit Längerem monieren sie das, fanden bislang aber kaum Gehör. Deshalb haben sie die Petition gestartet, und damit kam ihr Anliegen auch an die Öffentlichkeit.

Die Petition mit 44 Unterschriften wurde am 6. März der Stolpener Stadtverwaltung übergeben. Bürgermeister Uwe Steglich (FDP) reichte diese auch an den Stadtrat weiter. Inzwischen haben die Petitionsführer auch eine Antwort erhalten. In dieser versichern der Bürgermeister und Jürgen Major, der Leiter der Burg Stolpen, dass es ihnen fern liege, die Stadtgeschichte zu verfälschen. In letzter Zeit habe man nachweislich Formulierungen wie „800 Jahre Stadt Stolpen“ oder „800 Jahre Burgstadt Stolpen“ vermieden.

Bürgermeister und Burgleiter stimmen zu, dass es unstrittig sei, dass die Stadt Stolpen in diesem Jahr kein 800-jähriges Jubiläum begeht. „Allerdings könnte es auch strittig sein, dass die Burg ein 800-jähriges Jubiläum begehen sollte. Offenbar ist dies ein ungeklärtes Kapitel in der Stolpener Stadtgeschichte“, heißt es in dem Antwortschreiben. Anliegen der Feierlichkeiten sei der übergreifende Bezug zur Örtlichkeit, zum geografischen Flecken Stolpen. Burg und Stadt würden sich hierzu nicht als eigenständige juristische Körperschaften betrachten. Darüber hinaus wird das Grußwort des ehemaligen Bürgermeisters Gernot Walter im Jahre 1993 angeführt. Darin hat es geheißen: „Burg und Stadt feiern ihr 775-jähriges Bestehen.“

Werner Förster und die Initiatoren der Petition sind mit der Antwort nicht ganz zufrieden. Einiges darin sei an den Haaren herbeigezogen, wie eben das Zitat des ehemaligen Bürgermeisters, kritisieren sie. Der Zwist soll aus ihrer Sicht aber nicht die Gemeinschaft zerstören. „Ungeachtet dieser Meinungsverschiedenheiten möchten wir zum Ausdruck bringen, dass das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Bürger für das bevorstehende Jubiläum als sehr positiv zu bewerten ist“, heißt es im Antwortschreiben an die Stadt, welches Werner Förster im Auftrag der Petitionsführer verfasst hat. Er weist aber auch darauf hin, dass zahlreiche Unterstützer der Petition aktiv am geschichtlichen Aufsatzband 2018 mitgearbeitet haben. Man hoffe, dass dem Thema Stadtgeschichte in Stolpen künftig mehr Bedeutung beigemessen werde, sagt Förster.