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Anpacken für den Warthaer Spielplatz

Was möglich ist, wenn viele helfen, zeigt diese Geschichte: Von der Idee bis zur Umsetzung dauerte es nur ein halbes Jahr.

© Carmen Schumann

Von Kerstin Fiedler

Das war vielleicht ein riesiger Baumstubben! Um den aus der Erde zu holen, mussten schon eine Menge Leute mit anfassen. Und sie taten es gern. Eltern und Großeltern, deren Freunde und Bekannte, Verwaltungsmitarbeiterinnen, Gemeinderäte und Firmenmitarbeiter – zu einem Arbeitseinsatz trafen sie sich am vergangenen Sonnabend in Wartha. Mit dem Ziel, das Gelände am Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs für einen Spielplatz vorzubereiten. Wenn alles klappt, können Ostern die ersten Kinder dort spielen.

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Rückblick: Als es 2011 eine Spielplatzinitiative der Kreissparkasse Bautzen gab, wurde Wartha nicht als Projekt bedacht. In der Verwaltung gab es Vorschläge für Eutrich, Truppen, Caminau und Königswar-tha. Allerdings bekamen die Warthaer damals das Versprechen, dass die Gemeinde auch für ihren Ort einen solchen Platz schaffen will. Doch bis zum Oktober 2013 tat sich nichts. Das ärgerte die Eltern, und Mutti Madeleine Mark sprach zur Bürgerfragestunde im Gemeinderat. Die Antwort, die sie dort erhielt, war zunächst niederschmetternd. Denn die Gemeinde muss sparen, und für freiwillige Aufgaben gibt es gleich gar kein Geld.

Das Spielgerät steht jetzt

Allerdings hatte ihr Auftritt doch bei einigen Gemeinderäten zum Nachdenken angeregt. Noch zumal die Eltern sich bei einem Vor-Ort-Termin mit der SZ bereiterklärten, tatkräftig mit anzufassen. Und so kommt es, dass seit knapp drei Wochen auf dem kleinen Dreieck zwischen Commerauer Straße und Neuer Weg gebaut wird. Den finanziellen Grundstock dafür legt eine Spende der Sparkasse Bautzen in Höhe von 5 000 Euro. Dazu kommen über 700 Euro aus Spenden von Unternehmen. So konnte das Spielgerät gekauft werden. Und das meiste, was hier an Arbeitsleistung, Material und Technik im Einsatz ist, wird nicht bezahlt. Und damit es nach dem Arbeitseinsatz der Warthaer am vergangenen Sonnabend schnell vorwärtsgeht, hat der Geschäftsführer der Baufirma Böpple Bau Kollegen und Technik abgestellt. Am Mittwoch waren sie mit einem Kran vor Ort. Der half beim Aufstellen des Spielgeräts. Zuvor wurden die Fundamente eingeschalt. Für die Kollegen der Firma war das keine alltägliche Arbeit. Steffen Roland, der nahe dem Spielplatz wohnt, hatte mit der Schaukel zu tun. „Das ist mal ne ganz andere Aufgabe. Sonst bauen wir ja Häuser“, sagt er. Gestern war dann das Spielgerät aufgestellt. „Jetzt muss es noch befestigt und betoniert werden“, sagt Gerd Schieber. Die Schalung lässt er gleich mit drin – für mehr Standsicherheit, sagt er. Dann sollen seine Mitarbeiter noch den Zaun aufbauen, sodass aus seiner Sicht alles bis Dienstag zu schaffen wäre. „Hier zeigt sich doch, dass es besser ist, zu klotzen, anstelle zu kleckern und zu meckern“, sagt Schieber, der auch Gemeinderat ist. Genauso wie Günter Eichler. Der will nun noch eine kleine Sitzgruppe aus Caminau hierher holen. „Die war damals vom Förderwerk aufgestellt, aber dort nur wenig genutzt worden. Nun kann sie für die Erwachsenen zum Ausruhen und Schwatzen sein“, sagt Eichler. Und er hat gemeinsam mit der Firma Kunaschk noch die Rasengittersteine organisiert, die dann für eine sichere Fahrt der Kinderwagen auf die Fläche gelegt werden. „Es ist toll, dass dies alles so klappt“, sagt er.

Vorige Woche war Königswarthas Hauptamtsleiterin Martina Nytsch noch skeptisch, ob der Spielplatz noch im April fertig wird. Doch nun ist auch sie überzeugt, dass bereits am Osterwochenende die ersten Kinder dort spielen können. Und die Warthaer sind optimistisch, dass es auch mit dem Jugendclub vorangeht. Der braucht ein neues Domizil. „Der technische Ausschuss hat sich vor Ort schon umgesehen“, sagt Gerd Schieber.