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Anpacker gegen Könner

„Paulick packt’s an“ und „Nagel kann es“. Auf griffige Slogans bringen die Wahlkampf-Teams in Görlitz ihre Botschaften. Der Plakate-Wettstreit tobt, am Sonntag wird er an der Wahlurne entschieden. Dann...

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Von Frank Treue

„Paulick packt’s an“ und „Nagel kann es“. Auf griffige Slogans bringen die Wahlkampf-Teams in Görlitz ihre Botschaften. Der Plakate-Wettstreit tobt, am Sonntag wird er an der Wahlurne entschieden. Dann haben noch einmal mehr als 48 000 Neißestädter die Chance, ihren Oberbürgermeister für die nächsten sieben Jahre zu wählen.

In den vier Wochen seit dem ersten Wahlgang haben die Strategen hinter den Kulissen kräftig gewirkt. Während Joachim Paulick (47/CDU) seine Ärmel noch ein Stück weiter aufkrempelte und als „Einer von uns“ vor allem auf Bürgernähe setzt, betonte die neu formierte Allianz gegen den CDU-Kandidaten die Kompetenz und Verwaltungserfahrung von Eberhard Nagel (54/Bürger für Görlitz).

Zwei unabhängige und der PDS-Kandidat stellten sich nach ihrer Niederlage im ersten Wahlgang hinter Nagel, die einzige Frau im Rennen hatte nach ihrem dritten Platz zurückgezogen, ohne ihren Wählern eine Empfehlung zu geben. Jürgen Krumpholz (NPD) tritt am Sonntag erneut an, gilt nach 3,9 Prozent im ersten Wahlgang aber als chancenlos.

Paulick hatte den ersten Wahlgang überraschend klar mit 34,1 Prozent gewonnen. Er ist gebürtiger Görlitzer, arbeitete viele Jahre im Bergbau, war lange Betriebsratschef im Tagebau Berzdorf vor den Toren der Neißestadt. Jetzt ist er Standortentwickler im Industriepark Schwarze Pumpe.

Nagel erreichte am 24. April 19,9 Prozent. Er stammt aus dem Ruhrgebiet und hat eine Karriere im Arbeitsamt hinter sich. Seit 1996 war er Chef im Görlitzer Arbeitsamt, Anfang dieses Jahres wechselte er an die Spitze des Dienstleistungszentrums für Arbeit, das die ALG-II-Empfänger in der Neißestadt betreut.

Beobachter sprechen von einem völlig offenen Rennen. Eine halbwegs verlässliche Prognose über den Wahlausgang wagt niemand.