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Sebnitz

Anschläge auf Jagdkanzeln

Unbekannte zerstören jagdliche Einrichtungen. Sie schaden damit vor allem den Landwirten.

Schäden an Jagdkanzeln häufen sich. Zum Glück ist noch nichts passiert. Vorsichtig geworden sind die Jagdpächter nun auf jeden Fall.
Schäden an Jagdkanzeln häufen sich. Zum Glück ist noch nichts passiert. Vorsichtig geworden sind die Jagdpächter nun auf jeden Fall. © Foto: privat

In und um Rathewalde häufen sich offenbar Anschläge auf Jagdkanzeln. Davon hatten Einwohner und Besitzer von landwirtschaftlichen Flächen berichtet.

Der Polizei selbst liegen zwar keine Anzeigen vor, aber SZ-Recherchen bei Jagdpächtern ergaben, dass es in letzter Zeit immer wieder Unbekannte auf jagdliche Einrichtungen in und um Rathewalde abgesehen haben, vor allem an Feldrainen.

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 „Die Kanzeln wurden zwar nicht angesägt. Also, es hätte uns nichts passieren können. Aber es ist halt jedes Mal ein großer Aufwand, die Schäden zu reparieren“, sagt ein Jagdpächter, der sein Revier in Rathewalde hat. Zuerst wurde der Holzbock unterhalb der Kanzel angekippt. Der Jagdpächter richtete ihn wieder auf und befestigte ihn mit Eisenpflöcken. Am nächsten Tag war der Bock oberhalb der Eisenpflöcke abgesägt. Ein paar Wochen später war die Leiter von einer Jagdkanzel umgestoßen und Tage darauf ganz verschwunden, einfach weg.

 Andernorts wurden die Geländer einer neu gebauten speziellen Leiter abgeschlagen. Diese sollte eigentlich an einen Baum aufgestellt werden. Ohne die Stützen ist die nicht funktionsfähig. „Ich musste also die Leiter wieder neu bauen, anstatt meiner eigentlichen Funktion als Jagdpächter nachzugehen“, klagt ein anderer. Bei einem weiteren Pächter wurde die Jagdkanzel mit Fäkalien beschmiert. 

Wer so etwas tun könnte, wird bislang nur spekuliert. „Das sind Leute, die etwas gegen die Jagd haben. Sie verstehen aber nicht, dass gerade wir die Landwirte schützen, indem wir die Wildschweine von den Feldern fernhalten“, sagt ein betroffener Jagdpächter. 

Man schütze die Felder vor Wildschäden. Und genau das gehöre zu den Aufgaben der Jagdpächter. Sie sollen die Schäden an landwirtschaftlichen Flächen in Grenzen halten. „Das können wir aber nicht, wenn wir immer nur am Reparieren oder Neubauen sind“, sagt einer der Pächter. Sie sind froh, dass nicht noch etwas Schlimmeres passiert ist.

Anschläge auf Jagdkanzeln häufen sich immer wieder mal. So gab es bereits in den Jahren 2015, 2017 und 2018 ganze Serien von Bränden an Jagdkanzeln oder auch andere Schäden. Die Vorfälle durchzogen damals fast die gesamte Sächsische Schweiz. Überall standen die Reste verkohlter Jagdkanzeln. Ein Täter wurde nicht gefasst. 

Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD) rät den betroffenen Jagdpächtern, Anzeige zu erstatten, damit die Polizei aktiv werden könne.


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