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Döbeln: Spendenaktion für Anschlagsopfer

Ein halbes Jahr nach dem Brandanschlag auf eine Döbelner Shisha-Bar in der Bahnhofstraße dauern die Ermittlungen an. Doch es gibt Solidarität für die Opfer.

Ferhat Koca, Inhaber der Shisha-Bar, steht nach dem Anschlag an dem Verschlag, der hinter dem Haus an der Bahnhofstraße angezündet wurde. Die Flammen hatten die Fenster zur Bar zerstört.
Ferhat Koca, Inhaber der Shisha-Bar, steht nach dem Anschlag an dem Verschlag, der hinter dem Haus an der Bahnhofstraße angezündet wurde. Die Flammen hatten die Fenster zur Bar zerstört. © Archiv/Jens Hoyer

Döbeln. Am 21. Februar dieses Jahres brannte es an der Bahnhofstraße. Hinter dem Haus der Shisha-Bar von Ferhat Koca und im Keller des benachbarten Hauses, in dem sich der Döner-Imbiss von Nurettin Özmen befindet. Das Landeskriminalamt hatte damals die Ermittlungen aufgenommen.

Erst im Juni hatten Beamte die Wohnung eines 35-Jährigen in Döbeln durchsucht. Weil es den Verdacht eines politisch motivierten Brandanschlags gibt, hatte die Soko Rex die Ermittlungen übernommen. 

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Bei dem Verdächtigen beschlagnahmten die Polizisten damals ein Mobilfunktelefon und einen Laptop. Wie die Chemnitzer Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart nun mitteilt, dauere die Auswertung der beschlagnahmten Datenträger noch an. Weitergehende Erkenntnisse liegen derzeit nicht vor.

Spendensammlung: Knapp 30 Prozent erreicht

Unterdessen hat der Verein RAA Sachsen mit seinen regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie knapp 2.500 Euro für den Shisha-Bar und Dönerlokal-Betreiber gesammelt. 

Der Verein, der sich unter anderem für Betroffene rechter Gewalt einsetzt, hatte die Spendenaktion bereits im März nach den Brandanschlägen gestartet. „Auch wenn es noch kein bestätigter Fall von rechter Gewalt ist, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, bereits bei den ersten Anzeichen den Opfern zu helfen“, erklärt die Fachreferentin für Opferberatung Andrea Hübler.

Mittlerweile wurde die Spendensammlung um weitere Monate verlängert. 30 Prozent der gewünschten 8.000 Euro sind bereits erreicht. „Das Geld konnte den Betroffenen beim Geschäftsausfall sowie bei ersten Reparaturen helfen. Weiter sollen die Finanzen zu nötigen Reparaturen dienen“, sagt Hübler.

"Die Verunsicherung ist groß"

Der Shisha-Bar-Betriber Ferhat Koca hält den Brand an seinem Lokal sowie im Keller des Döner-Imbisses seines Nachbarn Nurettin Özmen, besser bekannt als „Armer Ali“, für einen Anschlag mit ausländerfeindlichem Hintergrund.

Zwei Tage nach dem damaligen Anschlag auf eine Shisha-Bar im hessischen Hanau liegt die Vermutung nahe, dass auch der Brand in Döbeln ähnliche Hintergründe aufweist. „Doch die Verunsicherung ist so oder so groß“, meint Hübler.

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