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Anstoß für ein friedliches Miteinander

Großes Herz statt blinder Hass: Wie die Menschen im Altkreis den Asylbewerbern hier helfen.

Von Nicole Czerwinka

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Es gibt nicht nur Vorurteile. Es gibt auch viele helfende Hände. Zahlreiche Vereine und Privatpersonen im Altkreis Riesa engagieren sich, um Asylbewerber, die hier auf die Bearbeitung ihrer Bescheide warten, zu unterstützen. Ob Sachspenden oder Deutschkurse – Bürger und Gemeinden können oft mit kleinen Dingen viel erreichen. Die SZ zeigt, was schon getan wird.

Riesa: Wo Bürger und Vereine ihre Unterstützung anbieten

In Riesa gründete sich erst vor wenigen Tagen eine Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge. Mitglied in dieser Gruppe ist unter anderem der Verein Sprungbrett e.V. In Zusammenarbeit mit der Diakonie Riesa-Großenhain will die Arbeitsgemeinschaft das Leben der rund 110 Asylbewerber in der Stadt künftig etwas schöner gestalten. „Wir wollen Freizeitangebote und auch Arbeitsgelegenheiten auf freiwilliger Basis organisieren“, sagt Andreas Näther, der Vereinsvorsitzende des Sprungbrett e.V. Sein Verein hat bereits in der Vergangenheit geholfen, alte Fahrräder an Asylbewerberheime zu vermitteln und diese gemeinsam mit den Asylbewerbern wieder flott zu machen.

Darüber hinaus gibt es in der Stadt eine Vielzahl von Bürgern, die sich regelmäßig für Asylbewerber engagieren. Sie bieten Deutschkurse im Familienzentrum an oder sammeln Sach- und Kleiderspenden für die Flüchtlinge. Aus dem Erlös einer Tombola zum Riesaer Stadtfest hat diese Bürgergruppe letztes Jahr zudem Bücher und Federmappen für den Deutschunterricht der Asylbewerber angeschafft. Kurz vor Weihnachten spendeten die Riesaer zudem rund 100 Winterjacken für die neu in der Stadt angekommenen Flüchtlinge aus Eritrea. Der Stauchitzer Manfred Arnold ging mit einem Asylbewerberpärchen sogar in Riesa shoppen und spendierte den beiden eine neue Winterausrüstung.

Gröditz: Wo Flüchtlinge Fußball spielen und beim Stadtputz mithelfen

War die Aufnahme von Asylbewerbern in Gröditz anfangs auch stark umstritten, gehören die knapp 90 Flüchtlinge inzwischen zur Stadt. Die tut auch einiges, damit sich die Gäste dort wohlfühlen. So hat das Bündnis für Demokratie und Zivilcourage in Gesprächsrunden mit Akteuren in der Stadt von Anfang an den Dialog zwischen Bürgern und Asylbewerbern gefördert. Inzwischen können die Flüchtlinge in den großen Sportvereinen wie dem FV Gröditz 1911, dem SV Blau-Weiß Gröditz oder dem Super Dance Club trainieren. „Bei den Erwachsenen ist das manchmal schwierig, weil das Leistungsgefälle groß ist. Deswegen war der Erfolg nicht so wie gedacht“, sagt Klaus Hirschnitz, der Präsident des Vereins. Die Flüchtlingskinder seien aber nach wie vor regelmäßig mit auf dem Platz.

Ehrenamtliche Deutschlehrer bieten im Auftrag der Diakonie Riesa-Großenhain in Gröditz Sprachkurse für die Asylbewerber an. Deren Kinder lernen die Sprache in den städtischen Kindertageseinrichtungen und Schulen. Zudem – und hier scheint Gröditz wirklich ein Vorreiter im Altkreis zu sein – bietet die Stadt ihren ausländischen Gästen seit Herbst 2014 auch die Möglichkeit zur freiwilligen Arbeit. Unbezahlt, jeweils vier Stunden täglich können die Asylbewerber, so sie wollen, den Bauhof der Stadt unterstützen – indem sie etwa Laub rechen, Spielplätze säubern oder Zäune streichen. „Doch auch die Bürger der Stadt sind interessiert, den Flüchtlingen zu helfen. Sie sammeln zum Beispiel Spielsachen und Kleidung für die Asylbewerber. Gerade habe ich einen Kofferraum voll davon im Heim abgegeben“, sagt der Gröditzer Bürgermeister Jochen Reinicke (parteilos).

Zeithain: Wo Kirche und Gemeinde sich für die Asylbewerber einsetzen

In Zeithain sind Anfang Dezember rund 60 Asylbewerber angekommen. Sofort gab es erste Hilfsangebote für die Flüchtlinge. Gemeinsam mit Diakonie und Kirche will die Gemeinde diese nun koordinieren. „Wir haben zusammen mit der Kirche schon Sachspenden in Form von Kleidung bekommen“, sagt Ronny Werner, der Hauptamtsleiter von Zeithain. Zudem wolle man zusammen mit dem Landkreis nach geeigneten Beschäftigungsmöglichkeiten für die Gäste suchen. „Das soll aber alles auf Freiwilligkeit beruhen“, sagt Werner. Fünf bis sechs Beschäftigungsgebiete für die Flüchtlinge habe man schon zusammengetragen, so könnten sie etwa helfen, Unkraut im Industriegebiet zu jäten. Deutschkurse gebe es in Zeithain noch nicht. Auch das wolle man noch in die Wege leiten.

Helfer sollten sich zunächst an die Diakonie Riesa-Großenhain wenden: 03522/522765

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