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Ansturm auf Baumärkte der Region Döbeln

Wer gleich morgens kam, musste auf einen Einkaufswagen warten. Ein Kunde hätte aus anderem Grund fast gehen müssen.

Damit jeder wirklich in der Schlange Abstand hält, sind die nötigen 1,50 Meter markiert. Auch das Tragen des Mundschutzes wird kontrolliert. Selbst die ganz Kleinen kommen da nicht drumherum.
Damit jeder wirklich in der Schlange Abstand hält, sind die nötigen 1,50 Meter markiert. Auch das Tragen des Mundschutzes wird kontrolliert. Selbst die ganz Kleinen kommen da nicht drumherum. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Kurz vor 7 Uhr am Montag. Etwa zehn Kunden stehen vor der Eingangstür zum toom-Baumarkt in Döbeln Ost. Einer der beiden Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes weist sie auf die Maskenpflicht hin und bittet jeden, einen Einkaufswagen zu nehmen.

Nach über vier Wochen Schließung sind sowohl die Käufer als auch die Mitarbeiter in den Märkten froh, dass diese Zeit vorbei ist. Sabine Krondorf und ihr Mann haben eine Markise gekauft. Ganz dringend sei es nicht gewesen, aber dennoch seien sie froh, dass sie nun wieder im Baumarkt einkaufen können, sagt die Döbelnerin. 

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Unterdessen will ein Mann den Markt betreten, wird aber vom Sicherheitspersonal daran gehindert: Er hat keinen Mund-Nasen-Schutz dabei. „Ohne Maske dürfen sie den Markt nicht betreten“, sagt Erik Richter vom OZ Security Service. Der Mann, der aus Grimma stammt, ist verzweifelt. Doch er hat Glück, ein anderer Kunde kann ihm eine Maske abgeben.

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Für Erik Richter ist es selbstverständlich, dass er auf die Einhaltung der Regeln achtet. „Wer den Markt ohne Mundschutz betritt, macht sich strafbar“, sagt er. Genauso mache er selbst sich strafbar, wenn er Kunden ohne Masken in den Markt lasse, so Richter. Teilweise bekomme er auch den Frust der Leute ab, die nicht einsehen wollen, dass Maskenpflicht herrscht.

Strenge Kontrollen am Eingang

Auch in Waldheim gab es Ärger mit dem Mundschutz. Ein Paar wollte mit einem kleinen Kind in den Markt. Die beiden Erwachsenen hatten vorschriftsmäßig Mund und Nase bedeckt, ihrem Kind wollten sie jedoch keinen Mundschutz aufsetzen. Das Sicherheitspersonal verwehrte der Familie den Zutritt. 

Torsten Hamann, Vorstandsvorsitzender der RHG Mittelsachsen, wirbt um Verständnis. „Wir sind in der Verpflichtung, das Tragen des Mundschutzes zu kontrollieren“, sagt Hamann. Er selbst wisse aber auch, dass das Tragen einer Mund-Nasen-Maske für Kinder noch unangenehmer sein könne, als für einen Erwachsenen. „Die Kinder haben das Gefühl, dass sie ersticken. Zudem sind ihnen diese Maßnahmen nicht einfach zu erklären“, so Hamann. Noch problematischer sei es bei Babys und Kindern bis zu zwei Jahren. Hamann empfiehlt deshalb, zu prüfen, ob die Kinder unbedingt mit zum Einkauf genommen werden müssen. „In dem Fall der jungen Familie hätte ich mir vorstellen können, dass ein Elternteil einkauft, während das andere mit dem Kind draußen wartet“, so Hamann.

Wer sich schon morgens auf den Weg machte, hat kaum auf einen Einkaufswagen warten müssen. Das änderte sich jedoch am Vormittag. Egal, ob in den RHG-Märkten in Waldheim, Döbeln und Leisnig oder im Döbelner Toom-Markt, die Menschen mussten warten, bis ein Wagen frei war. Die Märkte stellten jeweils nur eine bestimmte Anzahl bereit, um einen Massenandrang im Markt zu verhindern.

Am Toom-Baumarkt in Döbeln Ost warten Kunden darauf, dass das Geschäft geöffnet wird.
Am Toom-Baumarkt in Döbeln Ost warten Kunden darauf, dass das Geschäft geöffnet wird. © Frank Korn

Bei Toom standen 100 Wagen zur Verfügung, bei der RHG in Döbeln Großbauchlitz 55 und in Waldheim 40. Deutlich geringer war die Anzahl der Wagen mit zehn bei der RHG in Leisnig, doch ist dieser Markt auch nicht so groß. Im Hinblick auf die Anzahl der Kunden im Geschäft kann sich Torsten Hamann für die RHG-Märkte durchaus noch Änderungen vorstellen. Pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche darf ein Kunde in den Laden. „Wir sind derzeit noch weit von der zulässigen Zahl entfernt“, so Hamann. Je nach Lage könnte die Zahl der Kunden in den einzelnen Märkten auch erhöht werden, um eventuell zu große Warteschlagen vor den Eingängen zu vermeiden.

Ein- und Ausgang getrennt

Uwe Teichmann, RHG-Marktleiter in Döbeln, übernahm zeitweise selbst die Kontrolle am Eingang. „Der Andrang ist durchaus als normal zu bezeichnen“, sagt er. Viele Kunden würden vor allem Gartenartikel wie Pflanzen, Erde und Dünger kaufen, hat er festgestellt.

„Wir sind froh, dass wir wieder unserer Arbeit nachgehen können“, sagt Thomas Schumann, Marktleiter bei Toom in Döbeln. Der Andrang sei spürbar größer. „Die Kunden verhalten sich meist gesittet, dafür sind wir sehr dankbar“, so Schumann. Gekauft werde praktisch alles. „Pflanzen, Baumaterial, Farbe, sogar ein Pool ging mit raus“, so Schumann.

Wie andere Geschäfte, die nun wieder öffnen dürfen, haben die Teams in den Baumärkten in der vergangenen Woche die entsprechenden Vorbereitungen getroffen. So sind bei Toom Eingang und Ausgang getrennt. Vor der Eingangstür sowie im Kassenbereich im Markt sind Streifen aufgeklebt, die den erforderlichen Abstand symbolisieren. Und ebenso wie die Kunden tragen die Verkäufer Mundschutz. In den RHG-Märkten seien die Maßnahmen im Hinblick auf Hygiene und Sicherheit auch geübt worden, sagt Torsten Hamann.

Beim RHG Baumarkt in Waldheim gibt es bereits draußen Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus.
Beim RHG Baumarkt in Waldheim gibt es bereits draußen Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus. © Dietmar Thomas
Mitarbeiter Luca Radke desinfiziert jeden Einkaufswagen nach der Benutzung der Besucher.
Mitarbeiter Luca Radke desinfiziert jeden Einkaufswagen nach der Benutzung der Besucher. © Dietmar Thomas
Sowohl Mitarbeiter, als auch Kunden müssen im Geschäft nun Mund-Nasen-Schutz tragen.
Sowohl Mitarbeiter, als auch Kunden müssen im Geschäft nun Mund-Nasen-Schutz tragen. © Dietmar Thomas
Heike Uhlig aus Kriebstein kauft beim RHG Baumarkt Pflanzen für das Grundstück.
Heike Uhlig aus Kriebstein kauft beim RHG Baumarkt Pflanzen für das Grundstück. © Dietmar Thomas
Ein weiterer Kunde besorgt sich Holz- und Metallelemente.
Ein weiterer Kunde besorgt sich Holz- und Metallelemente. © Dietmar Thomas

Wieder öffnen darf seit Montag auch die Filiale des Sonderpostenmarktes Wreesmann in Hartha. Entsprechend war auch vor diesem Geschäft der Andrang groß, wie Marktleiterin Andrea Dobritz schildert. „Es haben sich Warteschlangen gebildet“, so Dobritz. Zu Beginn des Inkrafttretens der Allgemeinverfügung im Freistaat hatte es um diese Filiale Verwirrung gegeben. Sie hatte am ersten Tag noch geöffnet, doch das war nicht rechtens.

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Da sich das Sortiment nicht auf Lebensmittel beschränkt, sondern auch ganz andere Produkte beinhaltet, musste das Geschäft geschlossen werden. Wie Anwohner damals berichteten, waren Polizeibeamte gekommen, die sich um die Durchsetzung der Übergangsregeln kümmerten. „Wir haben das Geschäft damals sofort geschlossen“, sagt Andrea Dobritz. Nun sei sie froh, dass wieder geöffnet werden darf. „Es hat einfach etwas gefehlt“, so die Marktleiterin.

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