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Ansturm auf die Mittelschule Bischofswerda

Eltern von Viertklässlern hatten bis Montag Gelegenheit, ihr Kind an einer Mittelschule oder einem Gymnasium anzumelden. Am 19.Mai werden sie mit Sicherheit wissen, wo ihr Kind ab August lernen wird....

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Von Gabriele Naß, Madeleine Siegl-Mickisch, Ingolf Reinsch

Eltern von Viertklässlern hatten bis Montag Gelegenheit, ihr Kind an einer Mittelschule oder einem Gymnasium anzumelden. Am 19.Mai werden sie mit Sicherheit wissen, wo ihr Kind ab August lernen wird. Bis dahin entscheiden die Schulbehörden nun anhand der Anmeldungen, wie viele fünfte Klassen es an den einzelnen Schulen geben wird. Laut Gesetz sollen zwischen 20 und 28 Schüler in einer Klasse lernen. Für Fachleute steht fest: Nicht in jedem Fall wird der erste Wunsch berücksichtigt werden können. An den gestern von der Sächsischen Bildungsagentur veröffentlichten Zahlen wird es noch Veränderungen geben.

Goethe-Gymnasium B.werda:

Anmeldungen für drei Klassen

69 Mädchen und Jungen jetziger vierter Klassen in Grundschulen sind am Goethe-Gymnasium Bischofswerda angemeldet worden, dazu ein Jugendlicher, der mit der siebenten Klasse auf diese Schule wechselt. Damit gibt es am Gymnasium Bischofswerda im neuen Schuljahr drei fünfte Klassen. Eine der fünften Klassen wird eine Spezialklasse für Musik und Sport sein. Kinder, die hierfür angemeldet worden sind, bekommen zusätzlichen Unterricht in der jeweiligen Spezialdichtung. Sie können dabei ein Instrument erlernen und sich im Sport vertieft mit Fußball, Handball, Leichtathletik oder Badminton beschäftigen. Die Kreismusikschule und Sportvereine arbeiten dafür mit dem Gymnasium zusammen.

Die neuen Fünftklässler am Goethe-Gymnasium kommen hauptsächlich aus Bischofswerda. Zum Einzugsgebiet gehören außerdem vor allem Schüler aus den Grundschulen Demitz-Thumitz, Frankenthal, Putzkau, Oberottendorf, Neustadt, Göda oder Bretnig-Hauswalde. Die Zahl der Anmeldungen liegt unter der des Vorjahres (97). Die Stadt Bischofswerda hatte in der vergangenen Woche beschlossen, die Schule dem Landkreis zu übertragen. Ob dieser die Schule übernimmt und umgehend saniert, entscheidet am Montag der Kreistag.

Mittelschule B.werda: Weit

mehr Nachfrage als 2008

67 Eltern meldeten ihr Kind an der Mittelschule Bischofswerda an; in den Jahren zuvor waren es reichlich 40. „Der Tag der offenen Tür mag dazu beigetragen haben, dass sich Schüler und Eltern für unsere Schule entschieden haben“, sagt Schulleiter Harald Hahn. Die Mittelschule Bischofswerda hat nach Pulsnitz die meisten Anmeldungen im Landkreis. Schulleiter Harald Hahn reagiert darauf zurückhaltend. Die hohe Zahl erkläre sich auch daraus, dass es in der Stadt und den unmittelbaren Nachbargemeinden keine weitere Mittelschule gibt. Außerdem gebe es einen Trend zur Mittelschule bei Schülern, die die Anforderungen fürs Gymnasium nur knapp erreichen.

Aus Demitz-Thumitz, Schmölln-Putzkau, Rammenau, Frankenthal und Göda kommen Schüler nach Bischofswerda. Die Viertklässler aus Großharthau entschieden sich fast vollständig für die Mittelschule Stolpen. Ein Großteil der Burkauer Schüler wurde in Elstra angemeldet. Fünf Anmeldungen aus Rammenau gibt es an der Rödertalschule in Bretnig-Hauswalde.

Mittelschule Neukirch: Mehr

Anmeldungen als die Nachbarn

An der Mittelschule Neukirch gab es bis gestern 38 Anmeldungen. Mindestens 40 sind erforderlich, um die vom Gesetz für staatliche Schulen vorgeschriebenen zwei fünften Klassen bilden zu können. Wilthen und Sohland haben weniger Anmeldungen als Neukirch.

Das Kultusministerium hatte in Aussicht gestellt, die bereits beschlossene Schließung der Mittelschule Neukirch aufzuheben, wenn es für das Schuljahr 2009/10 genügend Anmeldungen gibt. Rüdiger Hädicke, erster stellvertretender Bürgermeister, sagte gestern, er sehe die Zahlen „optimistisch“. Zum einen könne es noch Nachmeldungen geben. Zum anderen gebe es in den nächsten Jahren mehr Schüler. Heute 18.30 Uhr berät der Gemeinderat zum Thema.