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Ansturm auf die Pfefferkuchen

In den Pulsnitzer Backstuben wurde kräftig geknetet. Heute und morgen ist großer Verkauf.

Von Reiner Hanke

Überall in den Fluren, ja in jeder freien Ecke der Pfefferküchlerei Löschner in Pulsnitz stapeln sich seit Tagen Kartons mit frischer Ware. „Es brennt ein bissel die Luft“, sagt der Chef und Innungsobermeister Peter Kotzsch. Zwei Tage vor Beginn des großen Pfefferkuchenmarktes sollte das aber in allen Pfefferküchlereien der Stadt so sein. Tochter Maria hat an diesem Abend gerade den letzten Karton mit echten Pulsnitzer Spitzen aus der Tagesproduktion gefüllt. Sieben Mitarbeiter stehen in der Backstube. Dort liegt der Duft nach Kardamom, Zimt, Koriander und vielen anderen exotischen Gewürzen liegt in der Luft. Dann wird der Meister noch 200 Pfefferkuchen für die Kindergärten in den Ofen schieben. Das tun alle Pfefferküchler. Während des Marktes können sie von den Besuchern gekauft und selbst verziert werden. Der Erlös kommt den Pulsnitzer Kitas zugute.

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Für den Obermeister ist der diesjährige Markt ein besonderer: Er feiert das 200-jährige Jubiläum des Betriebs und wird den Markt erstmals als neuer Innungschef eröffnen. Gemeinsam mit dem Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) und seinem Vorgänger als Obermeister, Lutz Tenne. Seine Frau Gaby Kotzsch freut sich schon genauso wie der Meister darauf. Hinter den Pfefferküchlern liege ein schwieriges Jahr mit langem Winter und verregnetem Frühjahr, sagt sie. So lief der Verkauf an den Ständen nicht optimal. Mit dem Markt können die Küchlereien endlich finanziell Luft holen: „Es wird wieder knackhart für die Pfefferküchler. Aber wenn so viele Leute kommen, weil sie unsere Pfefferkuchen mögen, ist das auch ein großes Dankeschön für unsere Arbeit“, sagt sie.

Die Fans werden in Scharen das Reich der Pfefferkuchen stürmen, um das Backwerk tonnenweise heimzutragen. Zwischen 50 000 und 100 000  Gäste kommen erfahrungsgemäß. Das ist nicht der einzige Superlativ. Schließlich gibt es die Chance nur einmal im Jahr, sich auf dem Pulsnitzer Markt durch die Spezialitäten der einzelnen Betriebe zu futtern. Mit acht Handwerksmeistern plus Fabrik sind es so viele wie nirgends in Deutschland. Die Tradition ist 500 Jahre alt, und jeder Meister hat seine Spezialitäten.

Der Markt ist für die Pfefferküchler reserviert. Aber in den angrenzenden Gassen bieten 100 Händler ihre Waren feil. Diese haben die Organisatoren aus 400 Bewerbern ausgewählt, die alle nach Pulsnitz wollen, weil der Pfefferkuchenmarkt ein Magnet ist. Eine Chance hat nur, wer zum Pfefferkuchenmarkt passt. Peter Kotzsch: „Ganz besonders romantisch ist es am Abend auf dem Handwerkermarkt um die Kirche mit seinem mittelalterlichen Flair.

Die Pulsnitzer Innenstadt ist bis Sonntag, 22 Uhr, für den Verkehr gesperrt. Nach Pulsnitz gelangen die Fahrzeuge aus Richtung Dresden ab Kreisverkehr Eierberg über Lichtenberg. Die Dresdner Straße steht so stadtauswärts zum Parken zur Verfügung. Rund um das Zentrum werden weitere Parkplätze ausgeschildert. Einen Buspendelverkehr gibt es aus Großröhrsdorf. Der Kauflandparkplatz ist am Sonntag frei für die Pulsnitzbesucher. Sonnabend kann der kleinere Kohleplatz an der Pulsnitzer Straße genutzt werden. Die Kamenzer Straße wird von Sonnabend, 12  Uhr, bis Sonntag, 22 Uhr, zwischen Nordstraße und Spittelweg zum Parken freigegeben.

Geöffnet ist der Markt: Sa. 9-20 Uhr; So. 10-20 Uhr. Weitere Infos: www.pfefferkuchenmarkt.de