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Ansturm auf die Masken

Die Nachfrage in Riesa, Großenhain und Umgebung ist riesig. Manche Bestände sind innerhalb von Stunden ausverkauft.

Dagmar Bach zeigt Vlies- und FFP2-Schutzmasken. Noch sind sie verfügbar, sagt sie.
Dagmar Bach zeigt Vlies- und FFP2-Schutzmasken. Noch sind sie verfügbar, sagt sie. © Sebastian Schultz

Riesa/Gröditz/Großenhain. Das Telefon in Dagmar Bachs Apotheke in Altriesa läuft seit Freitagnachmittag heiß. Fast jeder Anruf dreht sich um die eine Frage: Gibt es noch einen Mund-Nasen-Schutz? Am Montagnachmittag kann sie diese Frage noch mit einem Lachen und "Ja" beantworten. Wie lange das so bleibt, das sei dagegen nicht so sicher. "Die Leute sind aufgerüttelt", sagt sie, "die Nachfrage war am Sonnabend schon sehr groß." 

Wie ihr geht es den meisten Apothekeninhabern in der Region. Katrin Gruner, Chefin der Apotheke am Heideberg in Riesa sagt, sie habe am Freitag innerhalb weniger Stunden 250 Masken verkauft. Kurz davor war bekannt geworden, dass ab Montag für den Öffentlichen Nahverkehr und den Einkauf eine Maskenpflicht gilt. Es werde Nachschub geben, sagt Gruner. "Nur wie viel und wann, kann ich nicht sagen." Sie rät allen Kunden dazu, anzurufen und sich zu erkundigen, ob noch ein Mund-Nasen-Schutz verfügbar ist. Allein schon, um nutzloses Anstehen zu vermeiden. 

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Kunden kommen sonntags in die Apotheke

Preislich liegen die Masken in den Apotheken derzeit je nach Machart zwischen 3,50 Euro und sechs Euro. Lediglich die FFP2-Masken gehen schon mal für fast 20 Euro weg. Die Einkaufspreise sind schon länger extrem in die Höhe geschnellt, sagen alle Apotheker unisono." Für 3,50 Euro hat man früher eine halbe Kiste gekriegt", erzählt Dagmar Bach. Und Kerstin Boragk, die Apotheken in Großenhain und Gröditz betreibt, sagt, ihr Mann sei zuletzt bis nach Berlin gefahren, um dort größere Mengen einzukaufen." Wir hatten auch am Sonntag kurz geöffnet, damit sich die Leute eindecken können." 150 Kunden seien da gewesen, 492 Masken verkauft worden.

Wo es abseits der Apotheke noch Chancen auf eine Maske gibt? Dagmar Bach vermutet Drogerien und eventuell Baumärkte. Bei Rossmann im Riesapark herrscht am Montag allerdings Fehlanzeige. Und vom Stabilo-Baumarkt heißt es, man wolle sich nicht am Preiswucher mit den Masken beteiligen. Zuletzt hatte das Unternehmen in seiner schwäbischen Heimat Masken an Gesundheitseinrichtungen gespendet. An der Riesaer Hauptstraße wirbt beispielsweise Q-Fashion mit dem Verkauf selbst genähter Masken. Dort mussten Kunden am Montag aber bereits auf den nächsten Tag vertröstet werden.

In der Änderungsschneiderei zwischen Modehaus Haase und Parfümerie Vitalis in Riesa werden Masken genäht und verkauft. Nguyen Vanque erzählt, dass zuerst für Bekannte gearbeitet wurde, seit Montag auch für Kunden. 15 Masken gab es zum Start - die waren am
In der Änderungsschneiderei zwischen Modehaus Haase und Parfümerie Vitalis in Riesa werden Masken genäht und verkauft. Nguyen Vanque erzählt, dass zuerst für Bekannte gearbeitet wurde, seit Montag auch für Kunden. 15 Masken gab es zum Start - die waren am © Sebastian Schultz

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Dabei betonen auch die befragten Apothekerinnen, dass es keine medizinisch geprüfte Maske sein muss, um der geltenden Verordnung genüge zu tragen. Es reiche auch ein Tuch oder Schal. Wer selber näht, sollte auf Waschbarkeit bei 60 Grad Celsius achten und auf feinmaschigen Stoff. Für die Apotheken-Mitarbeiter bedeutet die aktuelle Situation enorm viel zusätzlichen Stress. Nicht zuletzt auch, weil die Entscheidung zur Maskenpflicht sehr kurzfristig kam. Das kritisierten alle am Montag befragten Apothekerinnen aus der Region.

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.

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