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Ansturm auf Maximilian Arnold

Der Bundesligaprofi signiert bei der SZ-Autogrammstunde in Riesa fleißig und stellt sich auch dem Interview.

Von Kevin Schwarzbach

Ein bisschen aufgeregt sei er schon, gesteht Maximilian Arnold direkt zu Beginn des Interviews. Es ist für den jungen Bundesligaprofi vom VfL Wolfsburg nicht irgendein Termin, sondern die Rückkehr in seine Heimatstadt Riesa. Hier wurde er nicht nur geboren, sondern spielte auch drei Jahre lang für den lokalen Fußballverein SC Riesa. Zuvor war er beim BSV Strehla in seine Fußballerkarriere gestartet. „Es ist ein sehr emotionaler Moment, wieder zurück in der Heimat zu sein und von so vielen Menschen empfangen zu werden. Das berührt mich, das habe ich nicht jeden Tag“, sagt Arnold.

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Am vergangenen Samstag stattete der 20-Jährige seiner Heimatstadt einen Besuch ab. Die Sächsische Zeitung hatte Maximilian Arnold zu einer Autogrammstunde in die Elbgalerie eingeladen. Doch bevor die Autogrammjäger zum Zug kamen, bat die SZ den gebürtigen Riesaer noch zum Interview, um über seine Karrierestationen und Entwicklung beim VfL Wolfsburg zu sprechen. Dabei überraschte der 20-Jährige die Zuhörer vor allem mit seiner offenen und ehrlichen Art.

Auf sein erstes Bundesligaspiel gegen Augsburg im November 2011 angesprochen, beschreibt Arnold das Gefühl, was ihn in diesem Moment durchströmte: „Ich hatte einen absoluten Tunnelblick. Alles, was mir vorher gesagt wurde und was ich vorher gelernt hatte, war in diesem Moment weg“, sagt er. „Ich wusste gar nicht richtig, was ich machen sollte. Ich bin dann einfach nur losgerannt“, erzählt er mit einem Lächeln auf den Lippen. „Es war ein unbeschreiblicher Moment. Genau dieser Moment, auf den jeder kleine Junge, der davon träumt, Profifußballer zu werden, jahrelang wartet.“

Ein Traum wird wahr

Als Maximilian Arnold knapp anderthalb Jahre später, im April 2013, sein erstes Bundesligator gegen Hoffenheim erzielte, wiederholte sich dieser Moment – diesmal sogar noch etwas intensiver. „Nachdem der Ball im Netz gelandet war, wusste ich gar nicht, wie ich damit umgehen und wohin ich rennen sollte. Ich bin dann einfach irgendwie rumgerannt, ohne zu wissen, was ich hier genau mache. Innerlich habe ich eine unglaubliche Freude gespürt, mein Kindheitstraum ist in diesem Moment wahr geworden“, erzählt Arnold. Und er gesteht auch: „Bei dem Tor war viel Glück dabei.“ Doch jeder, der sich noch an das technisch anspruchsvolle Tor erinnert, weiß in diesem Moment, dass Arnold stets versucht, auf dem Boden zu bleiben.

Das scheint sein Geheimrezept zu sein, auch wenn er sagt, dass es so etwas für ihn nicht wirklich gäbe. „Ich bin der Meinung, dass an vorderster Stelle Demut stehen sollte. Ich bin dankbar, dass ich es in die Bundesliga geschafft habe“, sagt Arnold. Seine Stellung in der Mannschaft sieht er, obwohl er internationale Größen wie Diego und Kevin de Bruyne von der Spielmacherposition verdrängt hat, noch als ausbaufähig an. „Ich bin zwar mittlerweile nicht mehr der junge Spieler aus der A-Jugend, muss mich aber noch im Team etablieren“, sagt er.

Doch für die zahlreichen Zuschauer in Riesa ist er schon jetzt ein Star. Mit Fußbällen, Trikots und Bildern stellen sie sich an, um ein Autogramm des Bundesligaprofis zu ergattern. Und natürlich dürfen auch die Erinnerungsfotos Seite an Seite mit dem 20-Jährigen nicht fehlen. Gelassen lässt sich Maximilian Arnold knapp eine Stunde lang ablichten und signiert fast alles, was ihm unter den Stift gehalten wird – stets freundlich und mit einem Lächeln auf den Lippen. Wohl auch deshalb begeistern sich sowohl die jungen als auch die älteren Fans für ihn. Knapp 200 Autogrammkarten gehen bei der SZ-Autogrammstunde über den Tisch. Viele Menschen, die gerade einkaufen waren, erblicken Arnold und halten an, um sich ein Autogramm abzuholen. Einer lässt sich sogar den gerade gekauften Kaffee signieren.

Demnächst wird Arnold dann wieder in Wolfsburg sein, um ins Training für die neue Saison zu starten. „Endlich ist der Urlaub dann auch mal wieder vorbei“, witzelt er. „Ich freue mich wahnsinnig. Wir müssen schauen, wie sich die Saison mit der Dreifachbelastung Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League entwickelt. Doch ich freue mich auf das internationale Geschäft, es wird eine tolle Saison“, sagt Arnold. Und ein Autogrammjäger hat schon große Hoffnungen: „Vielleicht kommt Maximilian Arnold nächstes Jahr als Europa League-Sieger nach Riesa zur Autogrammstunde.“