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Ansturm auf Zittauer OBI

Der Baumarkt lockt zur Eröffnung mit Orchideen und Anhängern. Lotsen regelten das entstandene Verkehrschaos.

Von Mario Heinke

Mit Beifall begrüßten die Mitarbeiter am Eingang die aus dem Regen kommenden Rentner. Sie sind die ersten Kunden, die den neuen OBI-Baumarkt in Zittau betreten. Wegen des Regens hat Marktleiter Andre Tischer die Automatiktür kurzentschlossen fünf Minuten vor acht Uhr geöffnet, etwas eher als geplant.

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Bei Ausflügen mit Kindern stehen Erlebnis und Abenteuer im Vordergrund. Das sollte bei der Tourenplanung und beim Packen des Rucksacks bedacht werden.

Im Gewerbegebiet Pethau hat der Marktführer unter den Baumärkten am gestrigen Morgen nun seine Arbeit aufgenommen. Wegen des zu erwartenden Besucheransturmes ist das neue Team mit Mitarbeitern aus Niesky verstärkt worden. Noch im orangefarben dekorierten Eingangsbereich erklärt ein Rentner, dass er aus dem Staunen gar nicht mehr heraus käme. Kein Wunder, Orange gilt in der Psychologie als stimmungsaufhellend, stimulierend und wird mit Lust verbunden.

Schon wenige Minuten später bildet sich eine lange Warteschlange am Informationsschalter. Dort gibt es die Anhänger, von denen seit Freitag 90 Stück entlang der Neusalzaer Straße geparkt sind. Karsten Richter ist wegen so eines OBI-Anhängers zeitig aufgestanden. „Die kosten sonst fast das Doppelte“, sagt der Zittauer. Er kauft den Hänger für die Zittauer Band „Jenix“. Das Gefährt will er an den Tourbus anhängen, damit die Musiker zusätzliches Gepäck transportieren können. Seine Freundin Julia Priebke ist mitgekommen. Sie hält es nicht lange in der Warteschlange aus und steuert die Lampenabteilung an, wo viele Leuchtkörper und funkelnde Kristalle die Blicke der staunenden Kunden auf sich ziehen. „Ich geh dann noch in den Gartencenter“, kündigt sie ihr nächstes Ziel an. Dort hat sich bereits eine zweite Wartegemeinschaft formiert. Vorwiegend ältere Damen sind es, die sich gleich mehrere betopfte Schmetterlings-Orchideen in den Einkaufswagen stellen. Ein Olbersdorfer Rentner schiebt sich dazwischen und packt gleich zwölf Stück ein. Er versorge die ganze Familie damit, erklärt der zufriedene Schnäppchenjäger. Geduldig und sichtlich gut gelaunt, beantwortet Reni Kutschmann die Fragen der unterversorgten Kleingärtner und Balkonbepflanzer. „Ich bin froh, dass es endlich losgeht“, sagt die 23-Jährige. Die gelernte Zierpflanzengärtnerin hat im Juli des vergangenen Jahres noch eine Ausbildung zum Techniker im Gartenbau in Dresden abgeschlossen. Nach sechs Jahren in der Landeshauptstadt wollte sie wieder in ihre Heimat nach Sohland zurück und hat sich deshalb in der Region beworben. Im Februar habe es dann bei OBI geklappt, erzählt die Gartentechnikerin. Zwei Monate sei sie in Bautzen eingearbeitet worden und in den letzten 14 Tagen habe sie den Zittauer Markt mit eingeräumt. Bis zu 12 Stunden habe das Team gearbeitet, damit bis zur Eröffnung alles am richtigen Platz steht. Frau Kutschmann ist seit gestern in der Baumschule, in der Kalthalle und im Außenbereich beratend tätig. Mit den Tomaten im Freien würde sie noch etwas warten, beantwortet sie die Frage eines Tomatenpflanzers. Die Neusalzaerin ist eine von 45 Mitarbeitern, die bei OBI in Zittau eine Zukunft gefunden haben.

Im Innern des Baumarktes wird es zunehmend enger. Die halbe Stadt scheint auf den Beinen zu sein. In einigen Gängen ist kein Durchkommen mehr, weil sich Gesprächsgruppen bilden. Es scheint, als hätte jemand das Gartencenter zum Begegnungszentrum umfunktioniert. Die Baumarkteröffnung ist wohl das Event des Tages in der Stadt. Schon gegen 9 Uhr geht auf dem Parkplatz nichts mehr. Mehrere Lotsen in gelben Westen weisen die ankommenden Fahrzeuge in freiwerdende Parklücken. Die Autos stauen sich zeitweise bis zum Autohändler um die Ecke. An der Verkehrslage ändert sich auch bis zum späten Nachmittag nichts. Schon am Vormittag haben die Mitarbeiter am Infostand bereits die Hälfte aller Anhänger verkauft. Auf sie wartet dennoch viel Arbeit, wenn die Käufer ihre zugelassenen und versicherten Anhänger abholen werden.