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Ansturm aufs Scheunenhofcenter

Pirnas großes Einkaufszentrum ist seit Mittwoch geöffnet. Andrang und Lob sind groß, es gibt aber auch Kritik.

Scheunenhofcenter Pirna: Am Mittwochmorgen fluten die ersten Kunden ins neue Einkaufszentrum.
Scheunenhofcenter Pirna: Am Mittwochmorgen fluten die ersten Kunden ins neue Einkaufszentrum. © Thomas Möckel

Am Anfang tröpfelt der Kundenstrom nur spärlich. Kurz vor halb acht am Mittwochmorgen warten 15 Menschen vor dem noch verschlossenen Scheunenhofcenter in der Pirnaer Innenstadt. Sie verlieren sich etwas auf dem großen Vorplatz an der Robert-Koch-Straße. 

Felix Schlesier ist der erste in der Schlange. Der junge Mann aus Pirna steht seit viertel sieben vor dem Einkaufszentrum. "Ich war erst einmal eine ganze Weile allein, die nächsten kamen erst gegen 7 Uhr", sagt er. Schlesier hatte am Mittwoch seinen freien Tag und nutzte gleich die Gunst der Stunde, sich am Eröffnungstag ganz vorn einzureihen. Zu verlockend erschien auch die Chance, eine von 500 Überraschungstüten zu ergattern, die Edeka an die Kunden verteilte. 

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Schlesier findet den Einkaufskomplex insgesamt gut gelungen. Er sei sehr schick geworden, sagt er, das Center erinnere ihn ein wenig an die Altmarkt-Galerie in Dresden. In der Zwischenzeit füllt sich der Vorplatz zusehends, die Schlange reicht nun bis auf den Fußweg an der Kochstraße. 

Viel Lob, aber auch ein paar Sorgen

Pünktlich 8 Uhr kommt dann der große Moment: das Scheunenhofcenter, das die Edeka Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen in den vergangenen zweieinhalb Jahren im Pirnaer Zentrum errichten ließ, öffnet seine Türen.

Die große Menschentraube drängt hinein, zunächst einmal bis zu einer imaginären Linie. Dahinter ist ein rotes Band gespannt, Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke, Vertreter von Edeka und Mitarbeiter der anderen Geschäfte zerschneiden es. Es ist der offizielle Startschuss.

Daraufhin fluten etwa 200 Kunden in die Geschäfte, es gibt Rosen, Getränke, Gewinnspiele. Danach flaut der Strom etwas ab, aber schon kurze Zeit später setzt ein ständiges Kommen und Gehen ein. Das geht den ganzen Tag so weiter. Auch der zentrale Eingangsbereich vor dem Center ist gut gefüllt. 

Die meisten Kunden sind voll des Lobes angesichts des neuen Einkaufszentrums. Ihre Aussagen reichen von "Es ist sehr schön geworden" bis hin zu "Hier kann man gut einkaufen" und "Das Sortiment von Edeka ist überwältigend". 

Bei vielen schwingt allerdings auch ein wenig die Sorge mit, das Scheunenhofcenter könnte zu viele potenzielle Kunden aus der Altstadt abziehen - zum Leidwesen der vielen kleinen Geschäfte.

Scheunenhofcenter Pirna: Kurz vor der Eröffnung bildet sich eine lange Schlange.
Scheunenhofcenter Pirna: Kurz vor der Eröffnung bildet sich eine lange Schlange. © Daniel Förster
Scheunenhofcenter Pirna: Am Vormittag wird symbolisch das Eröffnungsband zerschnitten. 
Scheunenhofcenter Pirna: Am Vormittag wird symbolisch das Eröffnungsband zerschnitten.  © Daniel Förster
Scheunenhofcenter Pirna: Für die Kunden gibt es Einkaufsbeutel inklusive einer Überraschung. 
Scheunenhofcenter Pirna: Für die Kunden gibt es Einkaufsbeutel inklusive einer Überraschung.  © Daniel Förster
Scheunenhofcenter Pirna: Fahrradständer sind noch Mangelware. 
Scheunenhofcenter Pirna: Fahrradständer sind noch Mangelware.  © Daniel Förster
Scheunenhofcenter Pirna: Der Hinweis auf die Kundentoiletten ist etwas klein geraten.
Scheunenhofcenter Pirna: Der Hinweis auf die Kundentoiletten ist etwas klein geraten. © Daniel Förster
Scheunenhofcenter Pirna mit Edeka-Team: Tobias Schmidt, Gebietsleiter Expansion, Verkaufsleiter Reno Naußedat, Bezirksleiter Mario Hirte, Toni Kunze, Geschäftsbereichsleiter Expansion, Marktleiter Daniel Holder (v.l.).
Scheunenhofcenter Pirna mit Edeka-Team: Tobias Schmidt, Gebietsleiter Expansion, Verkaufsleiter Reno Naußedat, Bezirksleiter Mario Hirte, Toni Kunze, Geschäftsbereichsleiter Expansion, Marktleiter Daniel Holder (v.l.). © Daniel Förster

Glückliches Finale

Gegen 11 Uhr folgt dann der feierliche Eröffnungs-Akt, noch einmal wird das rote Band durchtrennt, die Umstehenden applaudieren. Das Geschäftsleben drinnen ist da schon in vollem Gange. 

Toni Kunze, Geschäftsbereichsleiter Expansion der Edeka Unternehmensgruppe, zeigt sich überwältigt von der ersten Akzeptanz. "Einen so großen Zuspruch in dieser Frequenz gibt es selten", sagt er. Pirna sei daher eine besonders positive Erfahrung für ihn. Aus Sicht von Hanke sei die Eröffnung für Pirna zudem ein glückliches Finale eines langen Weges. "Ich freue mich, dass es nach 30 Jahren endlich gelungen ist, die letzte innerstädtische Brache zu beseitigen", sagt der Rathauschef. Die ersten Pläne, das Scheunenhofareal wieder zu bebauen, waren schon Anfang der 1990er-Jahre gereift.

Mehrere Fläche sind noch zu haben

Die Flächen in der überdachten Einkaufspassage sind überwiegend belegt, eingemietet haben sich "Ernsting's family", Apollo-Optik, eine Pluspunkt-Apotheke sowie die Drogeriekette Rossmann. Hinzu kommt ein 2.500 Quadratmeter großer Frischemarkt, den Edeka selbst betreibt. Zwei Läden, einer gleich links in der Passage, einer an der Bahnhofstraße, sind noch zu haben.

In den Laden links am Vorplatz zieht der Nonfood-Händler "Tedi". Nach Aussage von Tobias Schmidt, Gebietsleiter Expansion der Edeka Unternehmensgruppe, beginnt der Ausbau in den kommenden Wochen. Schmidt rechnet damit, dass das Center Anfang des nächsten Jahres voll belegt ist. 

Am Scheunenhof-Altbau dauert es allerdings noch etwas länger. Im Erdgeschoss ziehen Café und Bistro ein, beides wird voraussichtlich im März 2021 eröffnet.

Neben den zwei freien Läden sind noch eine Praxis im Neubau sowie zwei Büro- oder Praxisflächen im Altbau zu vergeben.

Derweil füllen sich die 65 Wohnungen in den oberen Stockwerken, die die Johanniter als Generalmieter betreuen und weiter vermieten. "In den vergangenen zwei Wochen gab es drei bis fünf Umzüge pro Tag", sagt Johanniter-Projektmanager Dennis Papperitz. Anfang der Woche waren es 40 Bewohner, Anfang Oktober werden es 56 sein, im November und Dezember ziehen dann noch einzelne Mieter ein. Sechs Wohnungen sind noch frei.

Die Sozialstation der Johanniter zieht Anfang Oktober vom Domizil an der Bahnhofstraße ins Scheunenhofcenter, der Seniorentreff im Wohnbereich wird Mitte September fertig.

Kundentoiletten sind schwer zu finden

In die Eröffnungslaune mischten sich allerdings auch kritische Stimmen. Viele Kunden, die mit dem Rad kamen, suchten vergeblich Fahrradständer. Nach Aussage von Tobias Schmidt sind die Abstellhilfen bereits bestellt, sie sollen in den kommenden Tagen auf dem Vorplatz aufgestellt werden. Hinzu kommen Papierkörbe, die ebenfalls noch fehlten.

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Drinnen vermissten einige Einkäufer eine Kunden-Toilette, zumindest fanden sie keine. Doch es gibt sie: Rechts neben der Drogerie Rossmann in der Passage liegt ein Treppenaufgang, über diesen erreicht man die Kunden-WCs in der ersten Etage. Sie sind derzeit noch etwas schlecht ausgeschildert, Edeka will das in den nächsten Tagen nachbessern. 

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