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Antennengemeinschaft stellt sich neu auf

Mit einem neuen Vorstand packt der Verein die nächsten Aufgaben an. Es sind Investitionen nötig, damit der Fernsehempfang gesichert bleibt.

Am Stadtrand Richtung Haßlau befindet sich ein Teil der Technik der Antennengemeinschaft Roßwein. Fast alle Anwohner des Stadtgebietes und einiger Ortsteile beziehen über diese Anlagen ihr Fernseh- und das digitale Radioprogramm – immer noch.
Am Stadtrand Richtung Haßlau befindet sich ein Teil der Technik der Antennengemeinschaft Roßwein. Fast alle Anwohner des Stadtgebietes und einiger Ortsteile beziehen über diese Anlagen ihr Fernseh- und das digitale Radioprogramm – immer noch. © Lars Halbauer

Roßwein. Zwei Fernsehprogramme hat es in der DDR gegeben. Nur eines davon haben manche Roßweiner damals gut empfangen können. Deshalb griffen die Familien damals zur Selbsthilfe. Und noch heute profitieren die Einwohner davon.

Ulf Kirchhof, inzwischen Vorsitzender des Vereins Antennengemeinschaft Roßwein, kann sich an die Arbeitseinsätze mit Großeltern und Eltern noch gut erinnern. Ganze Wohngebiete wurden aufgeschachtet, um die Stadt zu verkabeln. Das war Mitte der 1980er-Jahre. Als dann auch noch die Anlagen Zum Neidhardt standen, gab es keine Probleme mit dem Fernsehempfang mehr.

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Einige Zeit später durften offiziell sogar West-Fernsehprogramme eingespeist werden. „Zuletzt sind auch die Ortsteile Seifersdorf und Wolfstal angeschlossen worden“, erinnert sich Ulf Kirchhof. Damals war er Lehrling. Mittlerweile führt er seit vielen Jahren als selbstständiger Meister ein Elektrofachgeschäft. 

Sowohl in Roßwein als auch in größeren Städten wie Dresden betreut er Antennenanlagen. Wahrscheinlich deshalb ist er vor längerem angesprochen und gebeten worden, sich auch im Roßweiner Verein für die Gemeinschaftsantenne zu engagieren. Vor etwa zwei Jahren hat er schon die Bereitschaftsdienste übernommen.

Nach der Neuwahl ist Ulf Kirchhof indes Vorsitzender des Vereins. Als Stellvertreter stehen ihm Uwe Ruckert und Enrico Kurth zu Seite. Außerdem arbeiten im neu gewählte Vorstand Torsten Stein, Udo Zill und René Korte mit. Mehrere Abstimmungsrunden hat es schon gegeben. Auch die Umtragung beim Vereinsregister ist erfolgt. „Trotzdem ist noch einiges an Bürokratie zu erledigen“, gibt Kirchhof zu.

Dabei bleibt es nicht. Auch Handwerkliches steht an – verbunden mit Investitionen in die Kopfstation. „Wenn die ARD für ihre Gemeinschaftsprogramme die Sendeparameter ändert, müssen wir neue Empfangstechnik kaufen, freischalten und programmieren“, erklärt Kirchhof.

Die Kosten dafür werden von den Mitgliedern getragen. Die bezahlen allerdings monatlich nicht einmal 5,50 Euro als Kostenbeitrag für mehr als 400 Fernseh- und mehr als 100 digitale Radioprogramme, die Wartung und den Notdienst und eben fällige Neuanschaffungen.

Letzteres könnten auch einmal Kabel sein. „Die meisten liegen seit Mitte der 1980er-Jahre in der Erde. Wir hoffen, dass da keine großen Reparaturen nötig sind, alles heil bleibt“, sagt Ulf Kirchhof. Manches Mal seien schon Leitungen bei Tiefbauarbeiten zerrissen worden. Und das nicht nur bei größeren Straßenbauten, sondern auch auf Privatgrundstücken, wenn der Kleinbagger zum Einsatz kommt.

Insgesamt muss der neue Vorstand rechnen, wie er mit den Beiträgen auskommt. Irgendwann, und das will der Vorsitzende nicht schönreden, wird wohl eine Gebührenanpassung auf die Nutzer und Vereinsmitglieder zukommen. 

Wann genau eine Neukalkulation erfolgen muss, vermag Ulf Kirchhof nicht abzuschätzen. Vielleicht in ein oder auch erst in zwei Jahren. „Seit zehn Jahren sind die Beiträge stabil und auf kleinem Niveau geblieben“, sagt der Vereinschef. Vertretbar sollen sie auch bleiben.

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Der Kabelempfang sei neben dem Satelliten- und dem terrestrischen Empfang aktuell der stabilste Empfangsweg von Fernseh- und Radioprogrammen. Schon deshalb kann sich Ulf Kirchhof nicht vorstellen, dass es die Antennengemeinschaft für Roßwein und Umgebung irgendwann einmal nicht mehr gibt. Andernorts haben sich solche Vereinigungen schon längst aufgelöst.

Auch nach den Änderungen im Vorstand ist das Büro des Vereins an der Lommatzscher Straße mittwochs besetzt. Und: Der Infokanal wird fortgeführt und weiter mit neuen Inhalten „gefüttert“.

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