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Darum sollen Politiker in die Produktion

Das Meißner Bockbier darf wieder fließen. Vor dem Anstich sprach die Unternehmerin und Ex-Grüne Antje Hermenau und teilte recht kräftig aus.

Konzentration und jetzt fließt es, das neue Bockbier. Festrednerin Antje Hermenau schaffte den Anstich in drei Schlägen. Mit dabei Brauerei-Inhaber Eric Schäffer, Braumeister Bernd Heitmann und OB Olaf Raschke (v.l.)
Konzentration und jetzt fließt es, das neue Bockbier. Festrednerin Antje Hermenau schaffte den Anstich in drei Schlägen. Mit dabei Brauerei-Inhaber Eric Schäffer, Braumeister Bernd Heitmann und OB Olaf Raschke (v.l.) ©  Ulf Mallek

Meißen. Oktober ist Bockbierzeit. Das neue Bennator aus Meißen sieht wieder rubinrot aus, schmeckt diesmal leicht nach Karamell, hat eine sehr ordentliche Stammwürze von 16,5 Prozent und einen kräftigen Alkoholgehalt von 6.7 Prozent.

Der festliche Anstich war Mittwochabend in der neuen Abfüllhalle der Schwerterbrauerei. 260 geladene Gäste kamen, die meisten im dunklen Anzug und – aber etwas bunter – im Abendkleid. Brauerei-Inhaber Eric Schäffer freute sich über zahlreiche Ehrengäste wie die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Geert Mackenroth und Aloysius Mikwauschk, Landrat Arndt Steinbach und den Meißner OB Olaf Raschke. 

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Mit der neuen Abfüllanlage, sagte Schäffer, konnte die Kapazität der Brauerei vervierfacht werden. Zudem wurde der Gärkeller erweitert und bis zum Jahresende ist auch der Ausbau des neuen Sudhauses beendet. Offensichtlich stellt sich die Brauerei auf steigenden Absatz im eigentlich fallenden Biermarkt ein. Aber regionale Biere mit einheimischen Rohstoffen, so Schäffer, sind im Kommen. 

Bevor es ans Verkosten des neuen Bockbiers ging, sprach Antje Hermenau zu den Gästen. Sie war mal Grüne-Landtagsabgeordnete, jetzt ist sie Unternehmerin und bei den Freien Wählern. In knapp 40 Minuten holte sie zum Rundumschlag aus. Antje gegen alle, besonders gegen Rot-Grün. Die Landtagswahl am 1. September, sagte sie, ging nicht so schlimm aus wie vom ZDF befürchtet. Es reicht für eine Verlängerung von Schwarz-Rot mit einem Schuss Grün. Der Westen könne aufatmen. Michael Kretschmer sei Dank. Hermenau: „Der amtierende Ministerpräsident hat im Wahlkampf mehr Hände geschüttelt als sein Vorgänger Tillich in seiner gesamten Amtszeit.“

Hermenau bedauert es, dass es zu keiner CDU-Minderheitsregierung kommt. Schwarz-Rot-Grün bedeute für sie Stillstand. Diese Verbindung sei eine Wagenburg. Mit sichtlicher Freude arbeitete sich Hermenau am Leiter der Bundeszentrale für politische Bildung Thomas Krüger (SPD) ab. Der habe in einem Interview gesagt, dass Berufstätige am anfälligsten für rechtsextreme Ansichten seien. Weil sie keine Zeit für politische Bildungsveranstaltungen hätten. Berufstätige sind ein Problemfall? Wer bezahlt das Gehalt von Herrn Krüger, fragte Hermenau. Die Berufstätigen mit ihren Steuern.

Mit Skepsis betrachtet sie die „unkontrollierte Zuwanderung“, vor allem aus wirtschaftlicher Sicht. Viele Flüchtlinge zahlen nichts in die sozialen Sicherungssysteme ein, sondern leben von ihnen. Als Beispiel für gelungene Integration führte Hermenau die eine Million Ukrainer an, die in Polen aufarbeiten und Steuern zahlen.

Die Linke hat in Sachsen viele Stimmen verloren. Die Menschen auf dem Land wählen statt links jetzt die AfD. Die drückt ihre Meinung besser aus, sagt Hermenau. Die SPD wurde vom Wähler verzwergt. „Doch viele Genossen werden in staatlichen Ämtern und Behörden gut bezahlt überleben.“ Die Grünen seien die westlichste Partei in Sachsen. Sie sind nach links gegangen und wollen sich dort breitmachen. Doch sie seien auf die Großstädte begrenzt. Die meisten Menschen in Sachsen möchten konservativ regiert werden, bekommen jetzt aber nur Kenia.

Aber auch die AfD sei keine Lösung, sagte Hermenau. Ein Zuwanderungsgesetz habe sie nicht zustande gebracht. Am besten, sagte sie: „Politiker in die Produktion.“

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